Narren in Tränen
Die Zahlen sind imponierend: 140 Tonnen schwer und 14 Meter hoch ist das Bühnenbild zu Verdis «Rigoletto» auf der Seebühne Bregenz. Acht Millionen Euro ließen sich die Festspiele am Bodensee diese Kulisse kosten – und erfüllten damit erneut die an sich selbst gestellte zentrale Forderung: Open-Air-Spektakel mit höchstem Schauwert anzubieten.
Drinnen im Festspielhaus gibt es wieder das selten gespielte Fundstück, diesmal Massenets «Don Quichotte» – eingerichtet als feministische Studie über Männer-Bilder
Entspräche das künstlerische Gewicht der neuen «Rigoletto»-Inszenierung bei den Bregenzer Festspielen dem zentralen Motiv des Bühnenbilds, einem beweglichen Clownskopf mit roter Stupsnase über dem zirzensischen Spielrund, dann müsste man nur in Superlativen von ihr sprechen: 140 Tonnen bringt die beinahe 14 Meter hohe Skulptur mit klimpernden Augen und gefräßig malmendem Kiefer samt Hydraulik und Hebekran auf die Waage. In der Liste der spektakulären Bühnenbilder der Seefestspiele setzt die Bühne von Philipp Stölzl und Heike Vollmer – zu der auch seitlich aus dem Wasser ragende bewegliche Riesenhände der Titelfigur gehören, denn der Maskenkopf ist der des Narren Rigoletto – eine ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Götz Thieme
Seit 2016 zeigt die wiederhergestellte New York City Opera im «Pride»-Monat Juni thematisch passende Bühnenwerke. Dieses Jahr feierte die LGBTQ-Szene mit mannigfaltigen Veranstaltungen den 50. Jahrestag des Aufstands gegen gesetzliche Diskriminierung und Polizeiverfolgung bei einer Razzia in der «Stonewall»-Bar – und die NYCO beteiligte sich mit zwei...
60. Jahrgang, Nr 9/10
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Der Bach-Biograf Philipp Spitta verglich Spontinis «Olimpie» mit Wagners «Ring». Und das erscheint als nicht zu hoch gegriffen, denn der Komponist treibt in diesem so monströsen wie düsteren Werk, seiner letzten französischen Tragédie-lyrique, den Monumentalstil des Klassizismus zu einer dramatischen Ausdrucksintensität, die weit in die Zukunft weist – die...
