Nachruf: Die zarte Unverwüstliche

49 Jahre war sie am Hamburger Thalia Theater, mit 80 ging es nach Berlin. Jetzt ist die Schauspielerin Katharina Matz gestorben

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«Unvorstellbar, dass sie sterblich sein könnte.» Diese Worte ruft Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Katharina Matz hinterher, die 90-jährig in Berlin gestorben ist. In der ARD-Mediathek ist sie noch zu sehen, in «Der letzte Wille», einer sechsteiligen Miniserien-Comedy im Altersheim, das entmietet werden soll. Katharina Matz ist die extravagante Malerin Marlene, deren Demenz ihr erlaubt, sich in einem schlechtgeführten Hotel zu wähnen und die Menschen herumzuscheuchen. 

Demenz war das letzte, was einem zur realen Katharina Matz einfiel.

Sie war von leuchtender Lebendigkeit, unerschütterlicher Heiterkeit und einem widerständigen, für alles Neue offenem Geist in einem zarten Körper. Mit 80 beschloss sie, nach 49 Jahren am Thalia Theater noch einmal die Stadt zu wechseln, nach Berlin, ans Deutsche Theater, wohin Ex-Thalia-Intendant Khuon 2009 ihre liebsten Regisseur*innen und Kolleg*innen mitgenommen hatte.

Schon früh, sagte sie in einem Gespräch vor zehn Jahren, habe sie das Aufbrechen geübt. 1930 im Sudetenland geboren, als Kind mehrfach umgezogen und geflohen, als junges Mädchen nach dem Krieg aus der Tschecheslowakei ausgebürgert, strandet sie mit der ...

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Theater heute April 2021
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Barbara Burckhardt

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