Nach dem Spiel
Auch das 59. Theatertreffen übertrifft die Frauenquote deutlich.
An Regisseurinnen sind diesmal dabei: Ewelina Marciniak mit ihrer Mannheimer «Jungfrau von Orleans», Pinar Karabuluts Münchner Uraufführung von Sivan Ben Yishais «Like Lovers Do (Memoiren der Medusa)», Yael Ronen mit dem identitätspolitischen Musical «Slippery Slope» am Berliner Gorki Theater, Signa Köstler mit ihrer neuen SIGNA-Produktion «Die Ruhe», Claudia Bauers Wiener Ernst-Jandl-Wiederbelebung «humanistää!» und Helgard Haugs Berliner Rimini-Produktion «All right. Good night.» In der klaren Unterzahl dagegen die Regisseure: Volker Lösch mit Sören Voimas Dresdner Molière-Paraphrase «Der Tartuffe oder Kapital und Ideologie», Toshiki Okadas Hamburger «Doughnuts», Lukas Holzhausens Hannoverscher «Ein Mann seiner Klasse» nach dem Roman von Christian Baron sowie Christopher Rüpings Bochumer Dante-Be -arbeitung «Das neue Leben». Zusammengefasst für alle Freund:innen der Statistik ergeben sich sechs Regisseurinnen, eine freie Gruppe, vier neue Stücke, mindestens ein Klassiker, eine Romanbearbeitung. Auch sind neben den üblichen verdächtigen Metropolen-Theatern zwei mittelgroße Bühnen vertreten, und auch eine Inszenierung ...
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Theater heute März 2022
Rubrik: Magazin, Seite 61
von
Dies ist ein Stück über Klimakrise und Energiewende, und mittendrin meldet sich die Autorin persönlich zu Wort. Sie fragt sich nämlich, wie viel Energie sie selbst beim Schreiben des Stücks eigentlich schon verbraucht hat. Eine einzige Internet-Suchanfrage, findet sie heraus, schlägt sich mit 0,0003 kWh zu Buche, was einem CO2-Ausstoß von 0,2 Gramm entspricht. «Ist...
Liebevoll setzt Yves Ndagano die Holzpuppe an einen Baum, zieht sein Hemd aus und verwandelt sich in einen manipulativen Milizionär. «Du musst für dein Land kämpfen», beschwört er sein Kinder-Ich am Baum und gurgelt bedrohlich: «Sei wie Lumumba.» Die Szene, wie der ehemalige Kindersoldat und heutige Theatermann aus dem Ostkongo, Yves Ndagano, seine einstige...
Mexikanische Wolldecken, Kunst an den Wänden und kluge Literatur in den Regalen. Ein Haus, eine Villa – aus Glas, Holz und Beton –, sehr stilvoll, sehr hoch oben in den Bergen und ganz ohne Funknetz. Die Aussicht ist «wow» und die Besitzer schwimmen im Geld. So heißt es im Text. Die Besitzer, das sind Tom und Sue. Er (Immanuel Humm) hat sein Geld in der...
