Brennstoffe und andere Dinosaurier

Magdalena Schrefel «Was zündet, was brennt» (U) im Schauspielhaus Graz

Theater heute - Logo

Dies ist ein Stück über Klimakrise und Energiewende, und mittendrin meldet sich die Autorin persönlich zu Wort. Sie fragt sich nämlich, wie viel Energie sie selbst beim Schreiben des Stücks eigentlich schon verbraucht hat. Eine einzige Internet-Suchanfrage, findet sie heraus, schlägt sich mit 0,0003 kWh zu Buche, was einem CO2-Ausstoß von 0,2 Gramm entspricht. «Ist das viel? Ich google weiter und merke, dass wahrscheinlich genau das das Problem ist: Wie oft habe ich Google etwas gefragt, während ich dieses Stück geschrieben habe?! Circa 178.

000-mal mindestens, schätze ich.» 

Das Netzwerk European Theatre Convention, dem das Grazer Schauspielhaus angehört, hat für das Projekt «Pipelines» fünf Autor:innen aus fünf Ländern dazu aufgerufen, ein Stück zum Thema fossile Energien zu schreiben; «Was zündet, was brennt» von der Wiener Dramatikerin Magdalena Schrefel (geb. 1984) ist der österreichische Beitrag. Der Plot: Die jungen Aktivistinnen Dina (Lisa Birke Balzer) und Miami (Katrija Lehmann) lassen aus den Reifen von SUVs die Luft aus, sie verkleben die Türschlösser von Tankstellen, und sie steigen nachts in eine Raffinerie ein, um den Ölhahn abzudrehen. Dort werden sie von einem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2022
Rubrik: Chronik, Seite 49
von Wolfgang Kralicek

Weitere Beiträge
Impressum und Vorschau 3/22

Wiebke Mollenhauer ist nach ihrer Schauspielausbildung erst einmal sechs Monate nach Indien gefahren, um dort einem
Arzt zu assistieren. Jetzt spielt sie am Schauspielhaus Zürich: ein Porträt

Stacheldraht verbindet. Die Welt hinter Gittern folgt eigenen Regeln – und auch wieder nicht: Caren Jeß «Knechte», der Stückabdruck

Hans Neuenfels war ein wichtiger Motor des...

Nach dem Spiel

Auch das 59. Theatertreffen übertrifft die Frauenquote deutlich. An Regisseurinnen sind diesmal dabei: Ewelina Marciniak mit ihrer Mannheimer «Jungfrau von Orleans», Pinar Karabuluts Münchner Uraufführung von Sivan Ben Yishais «Like Lovers Do (Memoiren der Medusa)», Yael Ronen mit dem identitätspolitischen Musical «Slippery Slope» am Berliner Gorki Theater, Signa...

Griechischer Wein

Kein Castorf ohne Live-Video und Dosenbier. Nach eineinhalb eher zähen Stunden zerreißt Schauspielerin Julia Kreusch ein Gebirge aus Papier, das bislang erstaunlich unberührt auf der Bühne (Aleksandar Denic) herumstand. Sie kriecht hinein, eine Kamera fängt ihren erschöpften Blick und ihr zerzaustes Haar ein. Atemlos erzählt sie in Großaufnahme von einer...