Mutwillige Sachunkenntnis
Was ist wichtiger: Theater oder Tagesstätten? Das ist so ungefähr die dämlichste Frage, die man Amélie Niermeyer antun kann – einer Frau, die seit sieben Jahren Erfahrung darin hat, Karriere und Kind unter einen Hut zu bringen. Stellen wir sie trotzdem, diese dämliche, gefährliche Frage. Sie hat die Noch- und bald Ex-Intendantin in ihren drei Freiburger Spielzeiten begleitet wie ein lästiger Nackenschmerz. Zum Herbst verlässt Amélie Niermeyer die deutsche Südwest-Bühnenecke in Richtung Düsseldorf.
Die Interimssaison bis zum Neustart mit Barbara Mundel verwaltet Stephan Mettin – mit empfindlich geschrumpftem Premierenangebot.
Theater oder Tagesstätten. Wahlweise auch Schwimmbäder. Auf diesem Niveau ist der kulturpolitische Diskurs in Freiburg mittlerweile bruchgelandet. «Natürlich sind Kindertagesstätten erst einmal wichtiger», ärgert sich die Theaterdirektorin über die ihrer Ansicht nach stillose Debatte. «Das kann ich doch gar nicht gegeneinander aufrechnen.» Genau das aber haben der Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) und sein kommunaler Schatzmeister Otto Neideck getan. Aus taktischem Kalkül, versteht sich. Um die widerspenstige Amélie und ihren alles andere als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Für ein Kinder- und Jugendtheater kann man sich eigentlich keinen passenderen Ort wünschen: Das Haus ist riesengroß und von einem Park mit alten Bäumen umgeben, durch den des Nachts hunderte von Fledermäusen flattern. Es ist eine Mischung aus Spuk- und Märchenschloss, hat Höfe, verwinkelte Gänge und Flure und jede Menge Platz zum Theaterspielen. Der marode Charme...
Die disparaten Textfragmente der großen Potentaten der deutschen Geistesgeschichte (Novalis, Kleist, Fichte, Hegel und Heidegger), die Elfriede Jelinek in «Wolken.Heim» zu einem unheimlichen, zeit- und ortlosen Identitätsdiskurs verschmolzen hat, irritieren immer noch. Auch 17 Jahre nach der Uraufführung befremdet diese hymnisch nationalistische Selbstbeschwörung,...
Der Mann ist ein Vampir und ein Seelendieb. Sagt zumindest seine Frau, und die muss es ja wissen. Die Rede ist von Hauptmann Edgar, der Hauptfigur aus Strindbergs «Totentanz», die Beschreibung passt aber auch auf Peter Zadek, der das Stück jetzt in Wien inszeniert hat. In seinem Fall ist die Metapher allerdings als Kompliment zu verstehen: Der Beruf des Regisseurs...
