Es ist noch da!
Für ein Kinder- und Jugendtheater kann man sich eigentlich keinen passenderen Ort wünschen: Das Haus ist riesengroß und von einem Park mit alten Bäumen umgeben, durch den des Nachts hunderte von Fledermäusen flattern. Es ist eine Mischung aus Spuk- und Märchenschloss, hat Höfe, verwinkelte Gänge und Flure und jede Menge Platz zum Theaterspielen. Der marode Charme des Hauses wirkt ausgesprochen fantasiefördernd. Auch die Geschichte von Deutschlands größtem Kindertheater klingt eine Spur nach Märchen.
Ursprünglich ist das enorme Gebäude nämlich eine finstere Knabenschule gewesen, die eines schönen Tages dann in ein Kindertheater verwandelt worden ist. Aber weil es keine gute Fee war, sondern ein veritabler sowjetischer General, der diese wunderbare Wandlung vollzog, haben wir es hier nicht mit einem Märchen, sondern mit den unglücklichen Verläufen der deutschen Geschichte zu tun. Von 1934 bis 1945 hat der 1911 erbaute Komplex deshalb auch einmal auf den Namen «Joseph-Goebbels-Schule» gehört. 1948 schließlich widmete die sowjetische Militärregierung das Gelände um in ein «Haus der Kultur der Sowjetunion, Filiale für die Kinder». Für die Erwachsenen war von den freundlichen Militärs als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Life sucks. Die vier Figuren in Katharina Schlenders neuem Stück «Rosige Zeiten» können ein Lied davon singen und tun dies auch im Verlauf des Abends noch zur Genüge. Sie heißen Bruno Butterbrot, Eddi Essig, Henry Heiser und Mila Mittenzwei und scheinen einem Kinderstück entsprungen, das wegen Überschreitung des Grenzwerts für chronische Depression keine...
Jetzt kommt das Mitmachtheater», fordert die Bühne. Applaus. «Und wer sind Sie?» «Ich bin Studentin der klassischen Archäologie in Gießen», sagt die junge Frau mit leiser Stimme aus dem Publikum. Applaus. Sie betritt die Bühne und weiß plötzlich ganz genau, wo alles ist: die Blockflöte, die OP-Masken, der Wischlappen. Sie ist blond, sie ist schüchtern. Sie könnte...
Ob so ein Medizinhalbgott überhaupt ahnt, was er mit einem einzigen, achtlos hingeworfenen Sätzchen alles anrichten kann? «Das können Sie ruhig nehmen», hat der nachträglich konsultierte bekannte Spezialist über das vom Allgemeinmediziner verordnete Medikament etwas wegwerfend gesagt. Und mit einem Schlag war dieses Mittel für den Patienten Adam Haberberg...
