München: Totalschaden im Retro-Stil

Franz Xaver Kroetz «Mensch Meier» im Residenztheater

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Nicht nur Fliegen wäre schöner, sondern auch schon ein Sonntagsausflug, bei dem nicht nachträglich die Biergartenzeche bis auf den Pfennig nachgerechnet würde. Dabei hat Otto «Mensch» Meier seine Träume ohnehin schon auf Miniaturformat geschrumpft, wenn er nachts im Hobbykeller an seinen Modellflugzeugen bastelt.

Tagsüber ist er für 14 Schrauben am neuen BMW-Modell zuständig, und die Familienlebensqualität mit Frau und Sohn hat das kritische Stadium erreicht, wo weitere Verbesserung unwahrscheinlich, Verschlechterung nicht ausgeschlossen und der Status quo – Resultat jahrzehntelanger Selbstverleugnung am Fließband bzw. in Haushalt und Ehebett – kaum noch auszuhalten ist. Es ist die angstgraue Seite der wilden Siebziger, die Franz Xaver Kroetz in seiner Milieu-Skizze «Mensch Meier» aus dem Jahr 1976 sarkastisch aufs Korn nahm und die David Bösch jetzt im Marstall des Münchner Residenztheaters als Vorstufe zur heutigen Wohlstandsdepression noch einmal mit viel Liebe und Fleiß in Szene setzt.

Die Bühne (Patrick Bannwart) beherrscht ein Schrankwandungetüm, in Resopal gegossene Aufstiegssehnsucht, darin regalbretterweise rührende Versuche, der genormten Wohnödnis dennoch so etwas wie ...

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Theater heute März 2016
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Silvia Stammen

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