Moderne Zeiten

In Zürich komponiert Nicolas Stemann mit «Der Streik» ein radikalliberales Ayn-Rand-Musical, in Berlin vertont Ulrich Rasche Sarah Kanes Depressionssog «4.48 Psychose», und Susanne Kennedy sieht keinen Ausweg aus der «Ultraworld»

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Wenn man den westlichen Libe­ralismus auf seine ideologische Spitze treiben will, ist man bei Ayn Rand an der richtigen Adresse. Ihr radikallibertäres Programm kennt nur ein Extrem: das Hohelied des Individualismus, verkörpert in charismatischen Unternehmerpersönlichkeiten, die nur an ihren eigenen Vorteil denken, Geld machen wollen und besessen ihren innovativen Ideen folgen. Des Teufels sind in ihrer Vorstellung alle staatlichen Eingriffe wie soziale Umverteilung, Einhegungen des Raubritter-Kapitalismus oder Washingtoner Lobbyismus.

Auch jede Form von Fürsorge, öffent­lichem Bildungsauftrag und sonstiger Sozial­duselei sind strikt abzulehnen. Urlaub ist auch schädlich. Kurz: Trump pur (ohne Golfspielen). 

Entsprechend hat sie über die Jahrzehnte eine eindrucksvolle Fangemeinde versammelt. Ronald Reagan gehörte ebenso dazu wie Margaret Thatcher oder der frühere amerikanische Notenbank-Chef Alan Greenspan, dessen Niedrigzinspolitik die Grundlage für die Finanzkrise gelegt hat, aber auch aktuellere Industriegrößen wie der Amazon-Gründer Jeff Bezos, Apple-Genie Steven Jobs oder der erst kürzlich zurückgetretene republikanische Mehrheitsführer im amerikanischen Kongress Paul Ryan. 

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Theater heute März 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Franz Wille

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