Mit dem Ereignis auf du und du
Im Anfang war «Die Zeit». Was meint: Die Theaterfeuilletons des Benjamin Henrichs. Während der Lokalzeitungskritiker bei den Premieren des schwäbischen Stadttheaters damals, Anfang der Achtziger, dicht vor der Rampe lauerte und das Gesehene hinterher buchhalterisch mit Daumenrauf-Daumenrunter-Bemerkungen versah, war dort, im überregionalen Wochenblatt, einer, der – zudem in weitaus relevanteren Parketts – elegant am Rande lehnte und entschlossen war, sich das Leben durch Theater in jedem Fall schöner machen zu lassen.
Ein Träumer und Poet, ein Liebender, dem das auf der Bühne Gezeigte Anlass war, nicht Ziel. In diesen heiteren, stets nach vielen Seiten ausgreifenden Lesestückchen lag, wie später, schon aus der Warte einer Studentin, festgestellt wurde, natürlich jeweils höchstens eine halbe Wahrheit. Aber in der Provinzkritik hatte gar keine gelegen. Und Provinzkritik war der Normalfall.
Höchstens eine halbe Wahrheit: Weil man Theaterfeuilletons zwar ganz allgemein genießen kann, mit Blick auf das Theater aber nur dann etwas von ihnen hat, wenn man dem Autor glaubt. Wer ungläubig bleibt und sich verweigert, muss ungeleit’ nach Hause gehen. Denn das Flanieren übers Ereignis gibt ...
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