Mit dem Ereignis auf du und du

In den letzten 15 Jahren hat sich in der Theaterkritik viel getan. Rückblickender Ausblick auf ein «Genre mit Entwicklungspotenzial»

Theater heute - Logo

Im Anfang war «Die Zeit». Was meint: Die Theaterfeuilletons des Benjamin Henrichs. Während der Lokalzeitungskritiker bei den Premieren des schwäbischen Stadttheaters damals, Anfang der Achtziger, dicht vor der Rampe lauerte und das Gesehene hinterher buchhalterisch mit Daumenrauf-Daumenrunter-Bemerkungen versah, war dort, im überregionalen Wochenblatt, einer, der – zudem in weitaus relevanteren Parketts – elegant am Rande lehnte und entschlossen war, sich das Leben durch Theater in jedem Fall schöner machen zu lassen.

Ein Träumer und Poet, ein Liebender, dem das auf der Bühne Gezeigte Anlass war, nicht Ziel. In diesen heiteren, stets nach vielen Seiten ausgreifenden Lesestückchen lag, wie später, schon aus der Warte einer Studentin, festgestellt wurde, natürlich jeweils höchstens eine halbe Wahrheit. Aber in der Provinzkritik hatte gar keine gelegen. Und Provinzkritik war der Normalfall. 

Höchstens eine halbe Wahrheit: Weil man Theaterfeuilletons zwar ganz allgemein genießen kann, mit Blick auf das Theater aber nur dann etwas von ihnen hat, wenn man dem Autor glaubt. Wer ungläubig bleibt und sich verweigert, muss ungeleit’ nach Hause gehen. Denn das Flanieren übers Ereignis gibt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2007
Rubrik: Positionen der Kritik, Seite 22
von Petra Kohse

Vergriffen
Weitere Beiträge
Substanzen aller Art

Nicht, dass London ein verschärftes Alkoholproblem hätte. Seit die uralten englischen Lizenzgesetze letztes Jahr gelockert wurden und besonders in den Großstadtpubs der Ausschank nicht mehr gnadenlos um 23 Uhr endet, ist der einzige Unterschied, dass die Kleingruppen trunkener und taumelnder Angelsachsen nicht mehr alle wie auf Kommando auf die Straße stürmen,...

Besser als Bond

James Bond steckt im Detail. Tom, der Waffenhändler, preist seine Pistole als «James Bond-mäßig» an. Paul, ein seltsamer Intellektueller, der erstens eine Beziehung mit einer Vierzehnjährigen hat und zweitens Waffen so richtig scharf machen kann, hasst James Bond, denn Paul hat mit der Einfachheit der Masse nichts gemein. Und Danny, der Mann, der die Waffe kauft,...

Äpfel und Birnen

Man könnte einfach den Artikel wechseln. Dann wäre es nicht mehr «Der Faust», sondern die Faust und würde geballte Kraft und Energie symbolisieren. Vorwärts in eine hoffnungsvolle Zukunft gehen als Veranstalter gemeinsam: der Deutsche Bühnenverein, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste, die Kulturstiftung der Länder und das Land NRW.

Es sei «die uralte Idee...