Besser als Bond
James Bond steckt im Detail. Tom, der Waffenhändler, preist seine Pistole als «James Bond-mäßig» an. Paul, ein seltsamer Intellektueller, der erstens eine Beziehung mit einer Vierzehnjährigen hat und zweitens Waffen so richtig scharf machen kann, hasst James Bond, denn Paul hat mit der Einfachheit der Masse nichts gemein.
Und Danny, der Mann, der die Waffe kauft, scharfmachem lässt und schließlich damit Pauls vierzehnjährige Geliebte an einem tristen englischen Strand tötet, verteidigt sich mit den Worten: «Scheiße, ich bin ein Held! Ich bin ein verdammter Actionheld! Ich bin John Wayne! Ich bin Sylvester Stallone! Scheiße, ich bin James Bond!»
Bond ist bei Simon Stephens ein britischer Archetyp, vielleicht sogar der britischste aller Archetypen, seit einem halben Jahrhundert stärker als alles, der Unsterbliche schlechthin, ein Jesusersatz, der es tatsächlich schafft, die Welt zu retten und dabei nicht sterben muss. Danny, der junge englische Soldat, der nach Jahren in der Kaserne und einem Einsatz in Basra in seine kleine englische Heimatstadt zurückgekehrt ist, Danny hat kein gutes Verhältnis zur Errettung der Welt. In Basra hat er gesehen, wie seine Kollegen Gefangene und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es begann mit zwei schmalen Erzählbänden, die Mitte der neunziger Jahre erschienen und sonderbare Titel trugen: «Der Elefant verschwindet» und «Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah». Die Bücher hielten, was ihre Titel versprachen. Sie handelten von jungen Menschen in Japan, die ebenso gut junge Menschen in Mitteleuropa hätten sein können,...
Hilfe, dieser Film macht sentimental! Selbst wenn das Living Theatre im eigenen Mythenhaushalt kaum eine Rolle spielt, selbst wenn man wie der Regisseur Christoph Schlingensief im DVD-Bonusmaterial fest davon überzeugt ist, es sei «totaler Blödsinn» zu glauben, ein Theaterstück könne politisch etwas bewirken: Dirk Szuszies Dokumentarfilm «Resist» rührt empfindlich...
Ja, «warum können wir nicht ein Leben lang Kinder bleiben?» Warum nicht einfach stehenbleiben im Zustand nicht der Unschuld, sondern der Ahnungslosigkeit, die von Vergänglichkeit noch nichts weiß und an die Auflösung in der Liebe als Dauerzustand glauben kann? Und in der süßen Verantwortungslosigkeit fürs eigene Leben? Die Frage stellte Ferdinand Bruckner 1926 in...
