Mensch und Tier

Christopher Rüpings Marathon-Antikenprojekt «Dionysos Stadt» in den Münchner Kammerspielen

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Und dann sagt doch nach zehn Stunden tatsächlich einer: «Ich könnte jetzt noch endlos hier sitzen ...» Unersättlich oder wahnsinnig, fanatisch oder gelähmt, fasziniert oder geblendet? Auf jeden Fall: Es ist gewöhnungsbedürftig, sich an einem Sonntag mittags ins Theater zu begeben, das man erst gegen Mitternacht wieder verlassen wird. Wir leben nicht mehr im alten Griechenland, wo im Namen Dionysos’ Kunstfeste zur Freude und Läuterung der Zuschauer gleich mehrere Tage dauerten, wo das Publikum mit den Helden und Untergehern eins wurde, mit ihnen litt und siegte, verlor und lernte.

Wo man schaute und ruhte, aß und weiterschaute ...

Wir befinden uns vielmehr in München – und wer uns da für viele Stunden in die Antike mit einem Titel wie «Dionysos Stadt» locken möchte, der muss sich schon mächtig anstrengen, damit wir Sehgewohnheiten ändern, Aufmerksamkeit dosieren, Zeit vergessen. Christopher Rüping vertraut auf Neugierde und Geduld, er rechnet mit unserem Sitzfleisch und unserer Lust, sich auf etwas einzulassen, was so altmodisch wie ergreifend ist: auf das Wort, auf die Sprache, die man hört und die so oft nachklingen wird an diesem langen Tag.

Es wird unaufhörlich gesprochen auf ...

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Theater heute Dezember 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Bernd Noack

Vergriffen
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