Mehr als ein Label
Theater verteidigen mit einem partizipativen Ansatz nicht nur meine oder unsere Rechte (also die Rechte von BPoCs bzw. allen Menschen, die gruppenspezifischen Diskriminierungen ausgesetzt sind), sie verteidigen die Demokratie im Allgemeinen.
Zwischen 20 und 30 Prozent der Deutschen wählen rechtsextrem.
Deshalb gehen seit dem Bekanntwerden der «Remigrationspläne» viele Menschen auf die Straße, um die Demokratie zu vertei -digen. Sie verteidigen damit auch die «Freiheit der Kunst» (laut Art.
5, Absatz 3 des Grund -gesetztes) und somit die Theater, in denen wir Kunst schaffen, kontroverse Thesen auf die Bühne bringen, sehr unterschiedliche Ästhetiken wagen, wo über Religion, Sexualität, Lebens- und Denkweisen gesprochen und gestritten werden darf. Wo Anderssein ein Recht haben sollte. Damit meine ich sowohl diese Ansichten und Ästhetiken als auch kulturelle Prägungen oder Körper: Körper mit Behinderung, weiblich gelesene Körper, queere Körper, Transkörper, nichtweiß gele -sene Körper, Schwarze Körper … ihr wisst schon.
Auf jede politische Bewegung Richtung Freiheit und Teilhabe von sogenannten Randgruppen folgt ein Backlash, das zeigt die Geschichte. Hat das Theater also den ...
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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Ärgernisse, Seite 95
von Isabelle Redfern
Nice Guy, wenn er so verstrubbelt durch die Wohnung schlurft, Körperspannung wie eine lockere Wäscheleine, Handy am Ohr und offenbar maximal besorgt über den Zustand seines aktuellen Gesprächspartners. Gerade ist er Stefan, später auch Paul, Claudia und gegen Ende, als erzählender Mitspieler, endlich auch Fabian. Hinrichs spielt sie alle – und alle gleich. In René...
Endlich erhält in den letzten Jahren die Frage, wie Menschen mit Behinderungen in den Theatern sichtbar werden und aktiv vorkommen können, zunehmend die dringend gebotene Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Diskurs. Gleichzeitig gibt es bisher noch immer wenige dramatische Texte, die sich mit dem Komplex Inklusion auseinandersetzen. Der 1987 in Bochum gebore -ne...
Zucker Mehl Paketsuche» heißt die Chatgruppe meiner Hausgemeinschaft. Vor ungefähr fünf Jahren von Petra aus dem Seitenflügel gegründet, zählt sie mittlerweile stolze 27 Mitglieder. Hier, zwischen Boomer-Memes, die besonders um die Feiertage Konjunktur haben, bitten Bewohner:innen spontan um etwas Sahne (weil das Gulasch trotz Rezept-Befolgung zu scharf geworden...
