Wie weit reicht Verantwortung?
Endlich erhält in den letzten Jahren die Frage, wie Menschen mit Behinderungen in den Theatern sichtbar werden und aktiv vorkommen können, zunehmend die dringend gebotene Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Diskurs. Gleichzeitig gibt es bisher noch immer wenige dramatische Texte, die sich mit dem Komplex Inklusion auseinandersetzen.
Der 1987 in Bochum gebore -ne Autor Matthias van den Höfel hat mit seinem 2023 mit dem Münchner Förderpreis für neue Dramatik ausgezeichneten Text «Drinnen» nun ein Debütstück vorgelegt, das einfühlsam und zugänglich die Herausforderungen porträtiert, denen die Familie des schwer behinderten und pflegebedürftigen David sich gegenübersieht.
Im Zentrum steht eine Figur, die gänzlich von der Sorge, der Pflege, der Verantwortlichkeit anderer abhängig ist. Eine Figur, die in van den Höfels Fiktion für ihre Umwelt wie auch für das Theater eine große Herausforderung darstellt, denn David kann nicht sprechen.
David ist 35 und lebt mit einer schweren, nicht konkret beschriebenen Behinderung bei seiner Mutter Regina. Täglich ist er auf die Betreuung der beiden Pflegekräfte Olli und Lena angewiesen. Sein Vater hat die Familie vor Langem verlassen, der Kontakt ...
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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 160
von Tobias Schuster
Um sich eine Menge Ärgernisse zu ersparen, nutze ich diese Textfläche im schönen Theaterheute-Jahrbuch, um meine Erfahrungen zum Thema schwanger sein als Schauspielerin zu teilen. Denn: Sichtbarkeit ist eine Währung, die höher ist als die nächste NV-Bühne-Gagen-Erhöhung.
«Oh du bist schwanger, das ist aber toll. Herzlichen Glückwunsch! Ohhh, du spielst aber gerade...
Was hinter geschlossenen Türen passiert, bleibt im Verborgenen, und die Vorstellung treibt da mitunter seltsame Blüten. Ist es dahinter laut oder still? Sind Stimme oder Geräusche zu vernehmen? Das Hören wird zu einem Ereignis, und die Fantasie kennt keine Grenzen, besonders sie. Das Setting – der Mikroorganismus eines Mietshauses: ein Leben, Tür an Tür – ist dafür...
Wann haben Sie sich zuletzt so richtig geärgert, und warum? Die Frage trifft. Ich fühle mich ertappt und gehe im Geiste die Situationen durch, in denen ich zur Beute dieses ungeliebten und unattraktiven Gefühls geworden bin, frage mich, ob ich mich zu oft geärgert habe in letzter Zeit, vielleicht auch zu sehr und womöglich aus zu geringem Anlass? Ich frage mich...
