Mannheim Nationaltheater: Die Würde würde gern ...
Vor einem Jahr sagte Björn Bicker anlässlich der Bochumer Uraufführung seiner «Lehrer*innen» in einem Interview: «Ich führe Gespräche, besuche Schulen und Unterrichtsstunden. Ich sammle Material. Und aus dem Material wird sich eine literarische Form ergeben: eine Klage, ein Liebeslied, ein Chor, ein Manifest, eine Farce – oder alles zusammen.
» Jetzt, da Bickers «Lehrer*innen» am Mannheimer Nationaltheater nachgespielt wurde, sollte man darauf verweisen, dass der Theaterabend zwar auf recherchiertem Material beruht, auf keinen Fall aber dokumentarisches Theater sein will, sondern der Versuch, eine gesellschaftspolitische Problemzone unter Zuhilfenahme von tatsächlichen Geschichten aus dem Berufsalltag zu verhandeln. Fiktional, oder wenn man so will: literarisch.
Dass die Lehrer*innen schon längst nicht mehr gemeinsam mit dem Bürgermeister, Arzt und Großgrundbesitzer am Stammtisch sitzen, ist kaum zu bestreiten. Die Frage wäre nur, wohin hat es sie denn verschlagen: Genau dorthin, wo Schuldige gesucht werden, in eine pädagogische Sahelzone oder in ein Haifischbecken, in dem Schüler*innen, Eltern und die Schulaufsicht auf das nächste Menschenopfer warten. Eine Antwort gibt das ...
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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Jürgen Berger
Winterschlaf. Nicht die dümmste Option in Tagen wie diesen, in denen eine Pandemie und ein US-Präsident das kollektive Bewusstsein trüben wie Nebel den Zürichsee. Nur: Genau genommen braucht die Ich-Erzählerin in Ottessa Moshfeghs Roman keinen äußeren Anlass für die totale Auszeit. Es reicht völlig, dass endlich nichts mehr an ihr gezupft, gewachst, gebleicht,...
Eva Behrendt Heute Abend hätte die Uraufführung von «Mutter Vater Land» in Bremen stattfinden sollen; die Premiere musste auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben werden. Halten Sie es so lange noch aus?
Akın Şipal Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Außerdem habe ich mir gestern die Generalprobe angesehen, ich weiß also in etwa, was daraus geworden ist.
EB Wie...
Traurige Ironie der Pandemiegeschichte: Weil man die Inszenierung im Juli nicht vor den damals zugelassenen 200 Zuschauern herausbringen wollte, gab es vor den Sommerferien nur zwei Voraufführungen. Jetzt durfte die nachgeholte Premiere von «Dantons Tod» in der Regie von Sebastian Baumgarten im Schauspielhaus des Münchner Residenztheaters Anfang November nur noch...
