«Man möchte kotzen»

Neue Kulturkampfhähne im Netz: Matthias Matussek, Joachim Lottmann und Rainald Goetz liefern sich Blog-Scharmützel, und die Website www.nachtkritik.de bietet neben aktuellen Kritiken Platz zum Streiten an

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Irgendwo hat man den Mann schon einmal gesehen. Wahrscheinlich in einem dieser New-York-Filme, in dem der Chefredakteur in einer Kabine am Ende des Großraumbüros residiert. Dort sitzt er am Schreibtisch, das Hemd frisch gebügelt, den Knopf am Hals offen, darüber Hosenträger wie Larry King, und blickt seinem gegenüber hart-aber-herzlich in die Augen. Ehrliche Arbeitsatmosphäre soll herrschen, handwerkliche Kompetenz statt intellektuellem Chichi.



Die Rolle des Presse-Patriarchen hat «Spiegel»-Kulturchef Matthias Matussek wie kein zweiter drauf, und er zelebriert sie allwöchentlich in seinem Videoblog auf «Spiegel»-Online. Auch wenn Matussek darin angeblich nur «Kulturtipps» erteilt, geht es um mehr als eine Blütenlese aus dem beschaulichen Garten der Hochkultur. Der ehemalige US-Korrespondent unterscheidet säuberlich zwischen Gut und Böse und verortet auf der Seite des Feindes einen «völlig verluderten Theaterbetrieb» samt unfähiger Theaterkritik, gegen die er einen obsessiven und argumentfreien Feldzug führt.

«Provinz, Provinz, Provinz, Krawall, Provinz, Provinz!», posaunte Matussek im Staccato nach der Eröffnung des Berliner Theatertreffens mit «Ulrike Maria Stuart», die er hübsch ...

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Theater heute Juli 2007
Rubrik: Medien/TV, Seite 67
von Eva Behrendt

Vergriffen
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