Der Kampf um Kultur

Eine Inszenierung von Adam Mickiewiczs polnischem Nationaldrama «Die Totenfeier» im Krakauer Słowacki-Theater weitet sich zur Auseinandersetzung um Kunstfreiheit und den kulturpolitischen Kurs in Polen

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Am Dienstag, dem 23. November 2021, drei Tage nach der Premiere von «Dziady» («Totenfeier») nach dem Drama von Adam Mickiewicz in der Regie von Maja Kleczewska, stürzten alle Server des Juliusz-Słowacki-Theaters in Krakau ab. Weder konnte man die Karten online kaufen, noch die Info-Hotline oder die Theaterkasse telefonisch erreichen. Ausgelöst wurde die Panne durch das immense Interesse an Kleczewskas Aufführung, über die man zwar in den Theaterkreisen schon seit einigen Tagen diskutierte, jedoch hatte niemand mit einer solchen Reaktion des Publikums gerechnet.

Die Karten für die bis Jahresende geplanten Aufführungen waren innerhalb weniger Tage ausverkauft.

Einer der Gründe für den Sturm auf die Vorverkaufsstellen war zweifellos der Tweet von Barbara Nowak, der Leiterin der regionalen Bildungsaufsichtsbehörde, die auf ihrem offiziellen Twitter-Profil den Schulen davon abriet, Theaterbesuche für Schüler zu der aktuellen Premiere im Krakauer Słowacki-Theater zu organisieren. Die Zuständige für den Bereich Bildung in der Małopolska-Woiwodschaft will in der Aufführung eine politische Verwicklung sehen, die auf die «polnische Staatsraison» abziele. Auf der Website der ...

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Theater heute April 2022
Rubrik: International, Seite 50
von Aneta Głowacka und Zbigniew Feliszewski

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