Wenn der Krieg die Kunst einholt
Liebe Freunde, liebe Kollegen,
es herrscht Krieg in meinem Land und ich will einige Worte dazu sagen. Es sind seelische Beobachtungen einer russischsprachigen Deutsch-Ukrainerin, die in diesen Tagen nicht nur das Scheitern der Diplomatie erlebt, sondern womöglich auch der Kunst.
In der letzen Woche haben mich viele, viele Menschen gefragt, wie es mir und meinen Verwandten in der Ukraine geht, mir liebe Worte der Solidarität, der Unterstützung und der Anteilnahme geschickt. Ich schätze das unendlich, tue mich allerdings schwer, darauf zu antworten.
Daher versuche ich nun – es hat über eine Woche gedauert – meine Gedanken und Gefühle schriftlich festzuhalten.
Die paar Stunden, die mir während der jetzigen Probenzeit am Nationaltheater Weimar bleiben, verbringe ich damit, mit meiner Familie in der Ukraine Kontakt zu halten und die Nachrichten zu verfolgen.
Ich bin zutiefst getroffen, schockiert, fassungslos über die Gewalt, den Terror und die Ungerechtigkeit, die der Ukraine widerfährt. Aber momentan ist das Unerträglichste für mich, dass jenseits aller Zerstörung und Tod ich keinen Ausweg, keine Licht am Ende des Tunnels sehe.
Während sich international und im meinem direkten Umfeld ...
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Theater heute April 2022
Rubrik: Krieg in der Ukraine, Seite 15
von Julia Lwowski
So schick wie kalt ist dieser goldene Käfig, bei maximaler Transparenz: Der ehrgeizige, nerdige Kleinbürger Jörgen Tesman hat seine Eroberung, die schöne Generalstochter Hedda Gabler, in einen Plexiglaskasten von einer Villa gesteckt. Wie ein seltenes schönes Tier steht sie da nun und schillert, für alle sichtbar, von Neonlicht erhellt.
Die Welt allerdings, die ist...
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