Luxus der Provinz
Am Ende, nach knapp fünf Jahren, schrieb er: «... so war ich doch im Innersten überzeugt, um nicht auf immer verloren zu sein, Bamberg so schnell als möglich verlassen zu müssen ...» In den «Fränkischen Merkur» ließ er eine Anzeige rücken, zwischen deren drei freundlichen Zeilen für jeden Eingeweihten nichts als Hohn und Spott, Sarkasmus und Verbitterung hervorlugte: «Seinen Gönnern und wohlwollenden Freunden empfiehlt sich bei seiner Abreise (…) ganz ergebenst, Bamberg, den 21. April 1813, der Musikdirektor Hoffmann.
»
«Gönner» und «wohlwollend» – von wegen! Und «ergebenst» war nichts als eine sehr durchsichtige Umschreibung für «erleichtert». Denn hinter Ernst Theodor Amadeus Hoffmann lag eine Zeit, die ihm wie ein Alptraum vorkam, wie ein schlechtes und grausiges Fantasiestück, beinahe wie aus eigener Feder. Diese geduckte und ausweglos enge, kleinbürgerliche und erzfromme Stadt, dieses unselige Bamberg mit seinen viel zu vielen Kirchtürmen und Brauereien wollte ihn nicht, verstand ihn nicht, verdiente ihn nicht: «Erinnern Sie sich nur lebhaft an mein Leben in Bamberg vom ersten Augenblicke meiner Ankunft, und Sie werden gestehen, dass alles wie eine feindliche dämonische Kraft ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2026
Rubrik: Start, Seite 54
von Bernd Noack
Meursault, der Held aus dem existenzia -listischen Romanklassiker «Der Fremde» (1942), ist ein Mann ohne Eigenschaften. Den Tod seiner Mutter nimmt der Franko-Algerier anscheinend ungerührt zur Kenntnis. Wenn Marie, seine Geliebte, ihn fragt, ob er sie heiraten will, sagt er nur: «Wir können es tun, wenn du es willst.» Und den Mord an einem «Araber», für den er in...
Theater heute Matthias Dell, wir kennen und schätzen Sie als Kollegen und Kulturjournalisten. Jetzt kuratieren Sie für das Berliner Theatertreffen das Begleitprogramm – wozu genau sind Sie da gebeten?
Matthias Dell Die Anfrage hat mich sehr gefreut, weil noch kaum jemand in meinem beruflichen Leben so schön über meine verstreute Arbeit als freier Journalist...
AACHEN, THEATER
8. Kirkwood, Moskitos
R. Jenke Nordalm
16. Shakespeare, Romeo und Julia
R. Anaïs Durand-Mauptit
AALEN, THEATER
24. nach James, Das Tier im Dschungel
R. Merle Zurawski
ALTENBURG/GERA, THEATER
3. Lessing, Minna von Barnhelm
R. Catharina May
AUGSBURG, STAATSTHEATER
7. nach Sayram, Für euch (U)
R. Nicole Schneiderbauer
BADEN-BADEN, THEATER
8....
