Brüchige Identitäten

nach Dana Vowinckel «Gewässer im Ziplock» am Ballhof 1 Hannover

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Leben im Transitbereich: Teenager Margarita wohnt eigentlich in Berlin, ihr Vater Avi arbeitet dort als Chasan, als Vorbeter in einer Synagoge. Die Sommerferien verbringt Margarita regelmäßig bei den Großeltern in Chicago, nur dieses Jahr ist etwas anders: Das Mädchen soll nach Israel, die Mutter kennenlernen, die vor Jahren die Familie verließ, weil sie das Leben als Jüdin in Deutschland nicht mehr aushielt, außerdem soll sich Margarita ihrer eigenen jüdischen Identität stellen.

Darum geht es in Dana Vowinckels Roman «Gewässer im Ziplock»: dass man sich seiner Identität versichert. Und darum, dass man erkennt, wie brüchig solch eine Identität ist.

Für die Bühnenfassung am Schauspiel Hannover haben Cathrin Rose und Mira Gebhardt den Roman radikal entschlackt. Vowinckel nämlich beschreibt Margaritas Odyssee zwischen Berlin, Chicago, Tel Aviv und Jerusalem aus zwei Perspektiven, einmal aus Margaritas, dann aus der ihres Vaters. Dieser Standpunkt ist in Lena Braschs Inszenierung eliminiert, Avi ist bei Philippe Goos reduziert auf eine immer wieder durch die Handlung geisternde Witzfigur, deren überbehütender Charakter zwar angesprochen, aber nicht ernstgenommen wird. Ansonsten ...

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Theater heute Mai 2026
Rubrik: Chronik, Seite 64
von Falk Schreiber

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