Lost in Las Vegas
Mit Sicherheit hatte der Autor Spaß an dieser Arbeit. Der Mann, der dem deutschen Gegenwartstheater Heldennamen wie Faustersterteil oder Hänselundgretel geschenkt hat, tobt sich diesmal in der Moskauer Unterwelt aus und kreiert einen Don Sinatra, swingliebender Pate, Boris Besorgowitsch, seine rechte Hand, Silikona Silikonowitsch, die synthetisch aufgepeppte siebte Gattin des Don oder gar Olga Vernaschowa, Striptänzerin, die sich, sobald sie zu singen anfängt, reflexartig die Kleider vom Leibe reißt. Kurz: von Düffel ist vor keinem Griff in die Klischeekiste zurückgeschreckt.
Die einzige Vorgabe der Auftragsproduktion war: Sie sollte mit Swing zu tun haben. Von Düffel hat einen originellen Ansatz gefunden, um die Musiktitel aus der gewünschten Musikära aneinanderzureihen: Der Moskauer Unterwelt-Pate Don Sinatra hat Geburtstag. Er liebt das amerikanische Gangstertum und die seiner Meinung nach dazugehörige Musik: den Swing.
Ähnlich aus der Zeit gefallen ist auch der Ort, an dem die Feier geplant ist: der Gogo-Club «Las Vegas», kurzzeitig zu «Lost Vegas» umgedeutet, ein symptomatisches kulturelles Missverständnis. Ausstatterin Barbara Krott tobt sich aus im diskreten Charme der ...
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