Alles ist eitel – so oder so

RuhrTriennale: Johan Simons, Philipp Stölzl und Stephan Kimmig umkreisen auf den Spuren Calderóns, Peter Paul Rubens’ und Choderlos de Laclos den barocken Menschen

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Was verbindet Calderóns polnischen König Sigismund, den holländischen Renaissancemaler Peter Paul Rubens und de Laclos’ frisch aufgeklärten Franzosen Marquis de Valmont? Als «Menschen des Barock» gelten und stehen sie derzeit im Mittelpunkt der am 15. Oktober endenden RuhrTriennale und bevölkern die Industriedenkmäler zwischen Duisburg und Essen. Doch allzu eng sah man das selbstgegebene Thema dann auch wieder nicht.

Jedenfalls durfte auch der Gründerzeitler Richard Wagner vorkommen (in einem von Klaus Umbach verfassten Spukkonzert aus dem Hause «Wahnfried»), und die Eiserne Lady des Weltkinos, Vanessa Redgrave, demonstrierte mit einer «Intervention» zu Guantánamo politische Haltung und Aktualität. 

Barocke Prachtentfaltung und Herrschaftssymbolik kommen heute sowieso am ehesten den Sponsoren zu. Der Kumpel dagegen, in dessen dichtgemachten Leid- und Arbeitsstätten die Kunst sich gern und edel rahmen lässt, steht immer noch abseits beim Repräsentations-Kulturmarketing. Ein Essener Großunternehmen als Hauptgönner hielt Hof bei den Premieren und schuf sich einen Sperrbezirk, der Konzern-Gäste und gemeines Besuchervolk schied. Wird nicht so der Anspruch, unter dem das ...

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Theater heute Oktober 2006
Rubrik: Festivals, Seite 10
von Andreas Wilink

Vergriffen
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