Liebe, Tod, Sehnsucht und Glück
Die meist älteren Damen und Herren des Publikums hatten es sich im gedämpften Deko-Klassizismus des oberen DT-Foyers bequem gemacht, der Hausherr Ulrich Khuon sprach zur Eröffnung vom Theater, in dem es auf jeden Fall ums Ganze, mindestens aber den ganzen Mensch und die ganze Welt gehe, und alles wartete nur noch gespannt auf die obligatorische Samstagsnachmittagsrede, mit der die Autorentheatertage des Deutschen Theaters traditionell eröffnen.
Schon in den letzten beiden Jahren hatten die jeweiligen Chefjuroren ihren Redeauftrag zu aufstörenden Rumpelreden genutzt, um entweder auf die angeblich inflationäre Dramatikerüberföderung hinzuweisen (Till Briegleb) oder in Luther-Manier stark-dunkle Thesen an die Stuckwand zu nageln à la «Es gibt kein zeitgenössisches Theaterstück» (Peter Michalzik).
Auch in diesem Jahr wurden die Zuhörer nicht enttäuscht. Jury-Sprecherin Barbara Behrendt, die sich aufopferungsvoll durch 175 eingesandte Manuskripte gelesen hatte und darin leider nicht das große Stück zur Flüchtlingskrise oder zum nach rechts driftenden Europa gefunden hatte, entschuldigte das Fehlen durch Vorwurf. Schließlich sei das Theater kein Informations-, sondern ein ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Aufführungen/Neue Stücke, Seite 15
von Franz Wille
Aachen, Grenzlandtheater
19.8. Reza, Der Gott des Gemetzels
R. Catharina Fillers
26.9. Steinbeck, Von Mäusen und Menschen
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
22.9. Kling, Die Känguru-Chroniken
R. Matthias Fuhrmeister
23.9. nach Haushofer, Die Wand
R. Paul-Georg Dittrich
Altenburg/Gera, TPT
23.9. Brecht/Dessau, Mutter Courage und ihre Kinder
R. Turgay Dogan
23.9....
Nach 14 Tagen sackte der artivistische Riesenballon, den das Zentrum für Politische Schönheit mit der zartfühlenden Aufschrift «Flüchtlinge fressen» in einer «Bundeserpressungskonferenz» aufgeblasen hatte, schlaff in sich zusammen: Kein Flüchtling wurde gefressen, und kein Syrer gelangte an Bord der «Joachim 1» von Izmir nach Berlin Tegel. Denn beides hatte das...
Da steht die Familie, so heilig und rein, sanft summend, klingend, harmonisch und schön. Nur Emil passt nicht mehr richtig hinein. Der religiös erzogene Sohn (Mathias Spaan) hat düstere Gedanken, die so gar nicht zum heilen Familienschein passen wollen. Auf der Ballhof-Bühne lässt er uns daran teilhaben. Ein umgekehrtes Bühnen-Portal hat die Regisseurin Barbara...
