Liebe, Tod, Sehnsucht und Glück
Die meist älteren Damen und Herren des Publikums hatten es sich im gedämpften Deko-Klassizismus des oberen DT-Foyers bequem gemacht, der Hausherr Ulrich Khuon sprach zur Eröffnung vom Theater, in dem es auf jeden Fall ums Ganze, mindestens aber den ganzen Mensch und die ganze Welt gehe, und alles wartete nur noch gespannt auf die obligatorische Samstagsnachmittagsrede, mit der die Autorentheatertage des Deutschen Theaters traditionell eröffnen.
Schon in den letzten beiden Jahren hatten die jeweiligen Chefjuroren ihren Redeauftrag zu aufstörenden Rumpelreden genutzt, um entweder auf die angeblich inflationäre Dramatikerüberföderung hinzuweisen (Till Briegleb) oder in Luther-Manier stark-dunkle Thesen an die Stuckwand zu nageln à la «Es gibt kein zeitgenössisches Theaterstück» (Peter Michalzik).
Auch in diesem Jahr wurden die Zuhörer nicht enttäuscht. Jury-Sprecherin Barbara Behrendt, die sich aufopferungsvoll durch 175 eingesandte Manuskripte gelesen hatte und darin leider nicht das große Stück zur Flüchtlingskrise oder zum nach rechts driftenden Europa gefunden hatte, entschuldigte das Fehlen durch Vorwurf. Schließlich sei das Theater kein Informations-, sondern ein ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Aufführungen/Neue Stücke, Seite 15
von Franz Wille
Zum Schluss steht er in einer dreckigen, gelb schimmernden, post-apokalyptischen Trümmerlandschaft. Der Badearzt Dr. Stockmann (Bernd Hölscher) stapft ganz alleine durch das giftige dunkle Wasser und kriecht schließlich wie ein Stück Sondermüll unter eine der in der Brühe treibenden Wasserkisten. Seine Familie ist da längst nur noch eine Erinnerung. Ganz hinten...
Silvia Fenz schien sich ausschließlich von Luft und Liebe zu ernähren, so zart und klein sah sie aus. Dabei hatte ihr die Liebe persönlich gar nicht so viel Glück gebracht. Seit ich sie kennengelernt hatte, vor mehr als 20 Jahren, war sie auf der Suche nach ihr und hat sie, die einmal Verlorengegangene, doch nie so richtig wiedergefunden. Vielleicht inhalierte sie...
Von wegen Theaterferien: Die Festivalsaison geht weiter!
In malerischen Industrieruinen empfängt Johan Simons’ zweite Ruhrtriennale, und in Avignon nimmt Julien Gosselin einen neuen Anlauf auf Roberto Bolanos Großroman «2666».
Die Redaktion muss erstmal ausspannen und ist ab 24. August wieder erreichbar.
Das Jahrbuch Theater 2016 erscheint am 26. August...
