Der Spendengenerator
Nach 14 Tagen sackte der artivistische Riesenballon, den das Zentrum für Politische Schönheit mit der zartfühlenden Aufschrift «Flüchtlinge fressen» in einer «Bundeserpressungskonferenz» aufgeblasen hatte, schlaff in sich zusammen: Kein Flüchtling wurde gefressen, und kein Syrer gelangte an Bord der «Joachim 1» von Izmir nach Berlin Tegel. Denn beides hatte das ZPS in seiner Aktion ultimativ verknüpft: Um die Bundesregierung zu erpressen, ein Flugzeug mit Füchtlingen in Tegel landen zu lassen, wollten sich Freiwillige von Tigern auffressen lassen.
Sie sitzen noch immer ohne Visum in der Türkei fest, die 100 Menschen, die auf der Website des Zentrums für politische Schönheit den «lieben Joachim» (Gauck) um präsidentialen Beistand anflehten bei der Aufhebung ihrer Einreiseschwierigkeiten. Falls sie tatsächlich gehofft haben sollten, auf diesem Weg im Familiennachzug zu ihren «Liebsten», wie das Zentrum es ausdrückte, nach Deutschland zu kommen, dürften sie den Humanismus ihrer freiwilligen Helfer vom ZPS durchaus so «aggressiv» finden, wie Philipp Ruch & Co ihn selbst kokett etikettieren.
Befürchten muss man das nicht wirklich. Vermutlich sind die Website-Flehenden so ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Barbara Burckhardt
Zum Schluss steht er in einer dreckigen, gelb schimmernden, post-apokalyptischen Trümmerlandschaft. Der Badearzt Dr. Stockmann (Bernd Hölscher) stapft ganz alleine durch das giftige dunkle Wasser und kriecht schließlich wie ein Stück Sondermüll unter eine der in der Brühe treibenden Wasserkisten. Seine Familie ist da längst nur noch eine Erinnerung. Ganz hinten...
Dieses Theater hat nicht die Aufgabe, sich mit der aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Situation auseinanderzusetzen. Dieses Theater ist seinem jüdischen Erbe verpflichtet», erklärt der ältere Herr im Leitungsbüro des Jüdischen Theaters in Warschau freundlich. Dabei ist das antisemitische Graffito auf der grauen Betonwand gegenüber auch durch das Fenster...
Es ist ein Has’ entsprungen. Der Wächter und Chorführer im Horror-Haus der Atriden trägt Hasen-Ohren. In der Nähe des Schauspielers, der wie elektrisch aufgeladen an Strippen hängt und später von seinem Blut überschwemmt wird, steht noch eine putzig kleine Figurengruppe von Vorgarten-Hasen. Beuys und Schlingensief haben das Totemtier, das ikonografisch für den...
