Der Spendengenerator
Nach 14 Tagen sackte der artivistische Riesenballon, den das Zentrum für Politische Schönheit mit der zartfühlenden Aufschrift «Flüchtlinge fressen» in einer «Bundeserpressungskonferenz» aufgeblasen hatte, schlaff in sich zusammen: Kein Flüchtling wurde gefressen, und kein Syrer gelangte an Bord der «Joachim 1» von Izmir nach Berlin Tegel. Denn beides hatte das ZPS in seiner Aktion ultimativ verknüpft: Um die Bundesregierung zu erpressen, ein Flugzeug mit Füchtlingen in Tegel landen zu lassen, wollten sich Freiwillige von Tigern auffressen lassen.
Sie sitzen noch immer ohne Visum in der Türkei fest, die 100 Menschen, die auf der Website des Zentrums für politische Schönheit den «lieben Joachim» (Gauck) um präsidentialen Beistand anflehten bei der Aufhebung ihrer Einreiseschwierigkeiten. Falls sie tatsächlich gehofft haben sollten, auf diesem Weg im Familiennachzug zu ihren «Liebsten», wie das Zentrum es ausdrückte, nach Deutschland zu kommen, dürften sie den Humanismus ihrer freiwilligen Helfer vom ZPS durchaus so «aggressiv» finden, wie Philipp Ruch & Co ihn selbst kokett etikettieren.
Befürchten muss man das nicht wirklich. Vermutlich sind die Website-Flehenden so ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Barbara Burckhardt
Lauter gute Menschen: Der 70-jährige österreichische Rentner, der Flüchtlinge im Asylverfahren berät und zur Not auch aus dem Abschiebevollzug holt. Die 80-jährige Schweizerin, die seit Jahrzehnten gegen die dortige Asylpolitik kämpft und sich darüber eine Art Adoptivfamilie aufgebaut hat. Die energische Studienrätin, die für ihre Schützlinge gegen das Jugendamt...
Zum Schluss steht er in einer dreckigen, gelb schimmernden, post-apokalyptischen Trümmerlandschaft. Der Badearzt Dr. Stockmann (Bernd Hölscher) stapft ganz alleine durch das giftige dunkle Wasser und kriecht schließlich wie ein Stück Sondermüll unter eine der in der Brühe treibenden Wasserkisten. Seine Familie ist da längst nur noch eine Erinnerung. Ganz hinten...
Die russische Seele ist ein schwarzes Loch. Und zwar eines ohne Boden. Ob Wodka, Rubel oder Moral – alles versickert auf Nimmerwiedersehen. In Stuttgart sind es genau genommen gleich zwei schwarze Löcher, gebildet von den Augenhöhlen eines riesigen Schädels, der in der Bühnenmitte thront. Dieser Schädel, militärisch behelmt und mit Schutzbrille, ist Spielort und...
