Letzte Hoffnung Regression
Wenn die Welt so düster wird, braucht man den Blick in eine helle Zukunft. Den bietet uns Bonn Park mit seiner Weltraumoper «Rückkehr zu den Sternen». Aber um diesen Blick ins lichte 24. Jahrhundert zu tun, muss man vergessen. Alles vergessen, was man über die Gegenwart weiß.
Vorbild ist die Achtziger-Jahre-Fernsehserie «Raumschiff Enterprise», basierend auf der US-amerikanischen «Star Trek»-Serie aus den Sechzigern.
Ganz wie damals sehen wir die Komman -dozentrale eines bequemen Raumschiffs, in dem eine nette Mannschaft verschiedener menschenähnlicher Spezies durch den Kosmos saust, um unbekannte Planeten aufzuspüren. Irgendwelche hypermoderne Technik sieht man nicht, nur die oberflächliche Andeutung von Tastaturen und Bildschirmen. Alles nur bemalte Kulissen, Pappmaché und Sperrholz. Das nennt sich Retrofuturismus (Bühne: Julia Nussbaumer und Jana Wassong).
Diese spitzschultrige Crew gerät nun in die Fänge der Bewohner eines Eisplaneten. Zur Landung gezwungen, stellt sich heraus, die Eiskö -nigin (Lioba Kippe) einer Spezies namens Zahara will ein Besatzungsmitglied zurück. Commander Ortiz (Lea Ruckpaul) stammt nämlich von diesem Planeten. Sie soll zurückkehren, um zu sterben. ...
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Theater heute Mai 2022
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Gerhard Preußer
Die Erinnyen sind durch. Total durch. Die Rachegöttinen schimpfen als dreifache Lucrecia über den scheiß mittelmäßigen deutschen Regen, scheißen auf den Mythos, scheißen auf die Mitte: «Alles wird von der Mitte zersetzt.» Scheiß Mythos Mitte. Und dann ist da noch das Problem mit der Rache. Das Konzept ist irgendwie am Arsch, keiner weiß, warum sie immer noch...
Armin Petras hat Pech gehabt. Erst fällt die Premiere von «Auferstehung» nach Lew N. Tolstoi zwei Mal wegen Erkrankungen im Ensemble aus, dann macht ihm der russische Angriffskrieg einen Strich durch die Rechnung. Denn während man vorher vermutlich vieles an seiner Inszenierung ganz interessant gefunden hätte, wirkt es in Anbetracht der derzeitigen Lage eher...
Schenkeli. Mit großem Ernst verteidigt Karin Pfammatter die ausgebackenen Krapfen, die es in der Schweiz vor allem zur Fasnachtszeit gibt, gegen deutsche Kollegenignoranz. Sie sind das höchste der Gefühle! Man muss den Namen nur richtig aussprechen. Auch sonst ist alles entspannt bei diesem Frühstück, das sich die Performer:innen etwa zur Halbzeit des knapp...
