Leipzig: Herzscheiße

nach Fritz Lang «Metropolis»

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Die Zombifizierung des Menschen im Maschinenzeitalter ist länger schon ein Thema für Claudia Bauer. In Dortmund setzte die Regisseurin Fassbinders «Welt am Draht» um. In Leipzig ließ sie jüngst für Wolfram Hölls «Und dann» Puppenmenschen wie von Radiowellen gesteuert durch ein surreales Erinnerungshaus schlurfen. Unter Pinocchiomasken.

Es ist gefühlt kein weiter Weg von dort bis zu einem der Meilensteine der neueren Mensch-Maschine-Science-Fiction: Fritz Langs Stummfilmepos «Metropolis». Bauer spinnt die expressionistische Bilderwucht der Vorlage weiter.

In einem verwinkelten Kubus lässt sie den Fabrikantensohn Freder Fredersen umherirren, in goldenem Ganzkörperanzug, wie ein Android. In Comicschrift, projiziert auf die Außenwand des Kubus, leiht sie seinem stummen Tun Worte. Kinder mit aufgeblähten Köpfen, Pinocchioaugen und Schweinsbacken à la «Farm der Tiere» nahen. Diesen Schwellkopfproletariern wird sich Freder beigesellen, unten «in der Tiefe», im Energiezentrum der Metropole: bei der «Herz-Maschine».

«Herz-Maschine» klingt nach «Herzscheiße», um den Liedermacher Fanny van Dannen zu zitieren. Und «Herzscheiße» ist natürlich auch drin in Langs Film. «Der Mittler zwischen Kopf ...

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Theater heute April 2016
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Christian Rakow

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