Daten

Hinweise auf wichtige Urauffüh­rungen und Inszenierungen · Theater-Suchlauf im Fernsehen

Aufführungen

Er war der erste, der sich an die ganz, ganz dicken Schmöker getraut hat: Frank Castorf, der seit zwanzig Jahren nicht nur Dostojewski zu langen, langen Theaterabenden kompiliert. Am Münchner Residenztheater hat er sich jetzt Jaroslav Haseks 1000-seitigen Schelmenroman «Die Abenteuer des guten Soldaten Svejk im Weltkrieg» vorgenommen, Länge des Abends noch nicht bekannt. Nur 800 Seiten muss dagegen Armin Petras zusammenschnurren lassen, um Frank Witzels Buchpreissieger «Die Erfindung der Roten Armee Fraktion ...

» an der Schaubühne zu verleben­digen. Die 272 Houellebecq-Seiten, mit denen sich Stephan Kimmig am Deutschen Theater beschäftigt, sind da kaum der Rede wert. Film ist einfacher. Mit Oskar Roehlers «Alter Affe Angst» beschäftigt sich Ersan Mondtag in Frankfurt, wo auch ein richtiges Stück auf die Bühne kommt: Shakespeares «Sturm», inszeniert von An­dreas Kriegenburg. Am Hamburger Schauspielhaus widmet sich Karin Henkel Hauptmanns «Rose Bernd», und am Thalia Theater beschwört Lars-Ole Walburg mit Tennessee Williams die «Endstation Sehnsucht». Ganz abstrakt treibt es dagegen Herbert Fritsch in Zürich: Mit «Wer hat Angst vor Hugo Wolf?» und acht Schauspielerinnen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute April 2016
Rubrik: Daten, Seite 60
von

Weitere Beiträge
Dokumentarfilm: Sad and silly

«Authentizität?» Sibylle Berg fängt sofort an, verbal zu holpern und zu stolpern. Schwieriges Wort. Schwierige Anforderung. Die sogenannte Echtheit «ist ja Quatsch. Musst dich ja ankleiden, verhalten, rüsten». Authentisch nein, ehrlich ja. Z.B., wenn sie den beiden von ihr als «Doku-Schlampen» titulierten Filmerinnen Wiltrud Baier und Sigrun Köhler (die als «Böller...

Apokalypse: Der Versaliendichter

20 Jahre nach seinem Tod ist es um den Dramatiker Heiner Müller nicht allzu gut bestellt. Seine Stücke stehen nur noch selten auf dem Spielplan, einige der wichtigsten – «Germania Tod in Berlin» oder die sogenannten Produktionsstücke – tauchen quasi überhaupt nicht auf, und mit Dimiter Gotscheff ist vor zweieinhalb Jahren zudem der letzte Großinterpret Müllers...

Mehr Snack als Mahlzeit

Bis dass der Tod euch scheidet. Es ist jener Moment, der aus Gemeinschaft Einsamkeit macht. Aus dem Zusammen­leben ein Singledasein. Aus Eheleuten Verwitwete. Sechs Frauen, die das erlebt haben, sitzen in Stuttgart auf rotgepolsterten Stühlen, neben ihnen jeweils ein Schauspieler. Knapp über 50 ist die jüngste, fast 80 die älteste der Witwen.
Aus Interviews mit...