Mehr Snack als Mahlzeit
Bis dass der Tod euch scheidet. Es ist jener Moment, der aus Gemeinschaft Einsamkeit macht. Aus dem Zusammenleben ein Singledasein. Aus Eheleuten Verwitwete. Sechs Frauen, die das erlebt haben, sitzen in Stuttgart auf rotgepolsterten Stühlen, neben ihnen jeweils ein Schauspieler. Knapp über 50 ist die jüngste, fast 80 die älteste der Witwen.
Aus Interviews mit ihnen haben Armin Petras und seine Schauspieler kleine Geschichten destilliert, die diese stellvertretend in Monologen preisgeben.
Einer der Stühle bleibt leer, es waren mal sieben Witwen am Projekt beteiligt, kurzfristig hat sich eine zurückgezogen. Davon berichtet die ihr zugeordnete Schauspielerin in Schnappatmung, während sie um den Stuhlkreis joggt. Es ist an diesem Abend, der seine Produktionsbedingungen nicht verschweigt, eine Form, um von den Schwierigkeiten des Annäherns zu erzählen – man rennt immer hinterher.
Rimini light im Stuttgarter «Nord»
Dafür gibt es kein Witwenschütteln, um effektreich Emotionen in Szenen zu gießen, sondern sensibel erzählte Erinnerungen, etwa von lang zurückliegenden Urlaubsreisen oder Krankheitserfahrungen. Es geht ums Kennenlernen, um Eigenarten, Zuneigung, Sex und Verlust. Und ...
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Theater heute April 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Kristin Becker
Die Regeln sind einfach: Sei cool, verdiene überdurchschnittlich, sieh gut aus und steh über den Dingen, also Dingen wie Herkunft oder Religion. Trage diese nur als Accessoire, als koketten Hauch von Authentizität. Amir und Emily, Jory und Isaac haben die Regeln verinnerlicht und entsprechend uniform treten sie auf: leichenblass, weißblonde Haare, rote Vampiraugen...
Die Zombifizierung des Menschen im Maschinenzeitalter ist länger schon ein Thema für Claudia Bauer. In Dortmund setzte die Regisseurin Fassbinders «Welt am Draht» um. In Leipzig ließ sie jüngst für Wolfram Hölls «Und dann» Puppenmenschen wie von Radiowellen gesteuert durch ein surreales Erinnerungshaus schlurfen. Unter Pinocchiomasken.
Es ist gefühlt kein weiter...
Er ist einer der linken Helden unserer Tage: Whistleblower Edward Snowden, der inzwischen incognito in Russland lebt. Auf den Stickern zur Theaterversion des Films «23» ist der Schauspieler Philippe Goos zwar in einer Pose zu sehen, die unverkennbar an den prominenten Geheimnisverräter erinnert. Es ist jedoch das große Verdienst von Regisseur Christopher Rüping,...
