Mehr Snack als Mahlzeit

In Armin Petras’ dritter Stuttgarter Spielzeit ist die Euphorie verflogen. Der Hausherr steuert mit Experimenten in der Spielstätte «Nord» und starken Schauspielerinnen in der Regie von Stephan Kimmig dagegen

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Bis dass der Tod euch scheidet. Es ist jener Moment, der aus Gemeinschaft Einsamkeit macht. Aus dem Zusammen­leben ein Singledasein. Aus Eheleuten Verwitwete. Sechs Frauen, die das erlebt haben, sitzen in Stuttgart auf rotgepolsterten Stühlen, neben ihnen jeweils ein Schauspieler. Knapp über 50 ist die jüngste, fast 80 die älteste der Witwen.
Aus Interviews mit ihnen haben Armin Petras und seine Schauspieler kleine Geschichten destilliert, die diese stellvertretend in Monologen preisgeben.

Einer der Stühle bleibt leer, es waren mal sieben Witwen am Projekt beteiligt, kurzfristig hat sich eine zurückgezogen. Davon berichtet die ihr zugeordnete Schauspielerin in Schnappatmung, während sie um den Stuhlkreis joggt. Es ist an diesem Abend, der seine Produktionsbedingungen nicht verschweigt, eine Form, um von den Schwierigkeiten des Annäherns zu erzählen – man rennt immer hinterher.

Rimini light im Stuttgarter «Nord»

Dafür gibt es kein Witwenschütteln, um effektreich Emotionen in Szenen zu gießen, sondern sensibel erzählte Erinnerungen, etwa von lang zurückliegenden Urlaubsreisen oder Krankheitserfahrungen. Es geht ums Kennenlernen, um Eigenarten, Zuneigung, Sex und Verlust. Und ...

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Theater heute April 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Kristin Becker

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