Mehr Snack als Mahlzeit
Bis dass der Tod euch scheidet. Es ist jener Moment, der aus Gemeinschaft Einsamkeit macht. Aus dem Zusammenleben ein Singledasein. Aus Eheleuten Verwitwete. Sechs Frauen, die das erlebt haben, sitzen in Stuttgart auf rotgepolsterten Stühlen, neben ihnen jeweils ein Schauspieler. Knapp über 50 ist die jüngste, fast 80 die älteste der Witwen.
Aus Interviews mit ihnen haben Armin Petras und seine Schauspieler kleine Geschichten destilliert, die diese stellvertretend in Monologen preisgeben.
Einer der Stühle bleibt leer, es waren mal sieben Witwen am Projekt beteiligt, kurzfristig hat sich eine zurückgezogen. Davon berichtet die ihr zugeordnete Schauspielerin in Schnappatmung, während sie um den Stuhlkreis joggt. Es ist an diesem Abend, der seine Produktionsbedingungen nicht verschweigt, eine Form, um von den Schwierigkeiten des Annäherns zu erzählen – man rennt immer hinterher.
Rimini light im Stuttgarter «Nord»
Dafür gibt es kein Witwenschütteln, um effektreich Emotionen in Szenen zu gießen, sondern sensibel erzählte Erinnerungen, etwa von lang zurückliegenden Urlaubsreisen oder Krankheitserfahrungen. Es geht ums Kennenlernen, um Eigenarten, Zuneigung, Sex und Verlust. Und ...
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Theater heute April 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Kristin Becker
Garantiert anspielungsfrei, aktualitätsresistent und gegenwartsabstinent ist diese Aufführung. Keine Wirtschaftskrise, kein Dschihad und kein Flüchtling trübt die grundschwarze Bühne. Das Spiel kreist, meist aufgeregt, um sich selbst. Natürlich stellt man sich, als Kritiker zumal, bedenklich die Frage, was das soll.
Der «Revisor» ist eine Entlarvungsgeschichte aus...
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Wo steht der zeitgenössische Tanz? Die Tanzplattform sucht nach einer Standortbeschreibung und hat sich dafür 2016 den Standort Frankfurt ausgesucht.
Im Mai laden wieder die beiden Bestentreffen nach Berlin und Mülheim: die bemerkenswertesten Inszenierung hier, die wichtigsten Stücke dort. Mit dabei hier wie dort: Yael Ronens «The Situation»!
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Aufführungen
Er war der erste, der sich an die ganz, ganz dicken Schmöker getraut hat: Frank Castorf, der seit zwanzig Jahren nicht nur Dostojewski zu langen, langen Theaterabenden kompiliert. Am Münchner Residenztheater hat er sich jetzt Jaroslav Haseks 1000-seitigen Schelmenroman «Die Abenteuer des guten Soldaten Svejk im Weltkrieg» vorgenommen, Länge des Abends...
