Leben müsst ihr!

Johan Simons inszeniert am Berliner Ensemble Sophokles’ «Antigone» in der Übersetzung von Friedrich Hölderlin; Anne und Fabian Hinrichs schreiben mit «Irgendetwas ist passiert» eine Pollesch-Fortsetzung an der Volksbühne

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Auf der Bühne des Berliner Ensembles hat Johannes Schütz auf konzentrischen Kreidekreisen weiße Gegenstände angerichtet: Papierkrone, Feder, Glühbirne, Straußenei, Glocke, Dinoskelett, Maske, Wasserkocher und vieles mehr. Darüber schwebt frei ein viereckiger Tunnel, ebenfalls weiß, vielleicht Antigones späteres Grab in den Lüften. Aus dem Off klingen leise Kinderstimmen, Spielplatzgeräusche.

Als existenzieller Spielplatz versteht sich auch dieses Performance-Arrangement mit seinen Anspielungen auf Marina Abramovics Publikumsherausforderung «Rhythm 0» und Paul Celans «Todesfuge».

Johan Simons, den Berliner Theaterbesucher:innen vor allem von seinen Einladungen zum Theatertreffen kennen, inszeniert erstmals am Schiffbauer Damm, wo seit dieser Spielzeit mit Jens Harzer einer seiner regelmäßigen Protagonisten Teil des Ensembles ist. Und er knüpft mit seiner Inszenierung von Sophokles’ «Antigone» konzeptionell an eine Bochumer Inszenierung mit Harzer an: Zusammen mit Marina Galic und Stefan Hunstein bildete er 2023 ein grausam komödiantisches «Macbeth»-Trio, das im freien Rollenwechsel virtuos und zeichenhaft Gegner um die Ecke brachte – Terror als Kreativdisziplin. Schon hier diente ...

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Theater heute März 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 8
von Eva Behrendt

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