Laufender Prozess
Am 6. Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der größte Strafprozess seit der Wiedervereinigung: der NSU-Prozess. Mehr als dreizehn Jahre lang konnte die rechtsextreme Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund unbehelligt quer durch Deutschland
ziehen, Raubüberfälle begehen, Sprengstoffanschläge verüben und zehn Menschen ermorden.
Es ist ein laufendes Verfahren, ein noch offener Prozess. Es heißt, zu laufenden Verfahren soll man sich nicht äußern. Elfriede Jelinek äußert sich mit ihrem neuen Stück. Und nicht zu knapp.
Mit ihrem 220 Seiten langen Fließtext hat sie einen neuen Achttausender in ihre an hohen Bergen nicht gerade arme Hochgebirgstextlandschaft gestellt: «Das schweigende Mädchen». Und wieder einmal scheint es das Schweigen angesichts eines monströsen Verbrechens zu sein, dass bei Elfriede Jelinek das Reden provoziert. Bei ihrem Stück «Rechnitz. Der Würgeengel» war es ein ganzer Ort, der sich angesichts eines Massakers an 200 jüdischen Zwangsarbeitern in Schweigen gehüllt hatte. Nun ist es Beate Zschäpe, die sich in der Öffentlichkeit und vor Gericht in ein unerträgliches Schweigen hüllt. Unerträglich besonders für die Angehörigen der Opfer, die den Mut ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 182
von Julia Lochte
A
Alan Ayckbourn
Alle lieben George (Staatstheater Nürnberg)
B
Jeff Baron
Mischpoke (Neues Schauspiel Ensemble, München)
Paco Bezerra
Grooming (Deutsches Theater Göttingen)
C
Adam Cass
Ich liebe dich, Mann (Stadttheater Pforzheim)
Guillaume Corbeil
Man sieht sich (Theater der Jungen Welt, Leipzig)
D
Lisa D’Amour
Detroit (Theater Münster)
F
Nathalie Fillion
Durch den Wind...
Maria und Jesus Maria sind Zwillinge. Ihr Vater, ein Spanier, dem sie die Namen verdanken, hat ihre Mutter sitzen lassen und ist längst weg.
Ihre Mutter beginnt zu trinken, und bald wird sie auch von ihren Kindern verlassen. Maria und Jesus Maria landen in einem kuriosen Umfeld als Nachbarn von Madame Bonafide, einer transsexuellen Wahrsagerin, und dem alternden...
A
Jörg Albrecht
Anarchie in Ruhrstadt (Theater Oberhausen in Koproduktion mit Ringlokschuppen Mülheim)
Arna Aley
Die letzte Soirée (Wolfgang Borchert Theater Münster)
andcompany&Co.
Orpheus in der Oberwelt: eine Schlepper-Oper (HAU Berlin)
Thomas Arzt
Johnny Breitwieser (Schauspielhaus Wien)
B
Ruth Johanna Benrath
Klassenkämpfe (Landestheater Coburg)
Kai Ivo Baulitz
Die...
