Form und Sprache

Laudatio auf Wolfram Höll und sein Stück «Und dann» zur Verleihung des Mülheimer Dramatikerpreises

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Sehr geehrte Damen und Herren,
lieber Wolfram,

wie Sie alle hier ja wissen, sieht es mit der Gegenwartsdramatik schlecht aus.
Klar ist das jetzt auch ein polemischer Satz, solche Sätze eignen sich ja sehr gut, um so eine Rede anzufangen – das darf aber auf keinen Fall darüber hinwegtäuschen, dass ich den Satz auch so meine.

Wenn ich mit Leuten in meinem Alter spreche und sie frage, welche Form im Theater es ist, die von ihnen am ehesten als gegenwartsabbildend empfunden wird (das frage ich tatsächlich manchmal), dann antwortet niemand, dass das die Gegenwartsdramatik sei.
Unsinn, das stimmt natürlich so nicht: Es gibt doch immer wieder jemanden, der antwortet, dass er noch immer die Dramatik für die gegenwärtigste Theaterform hält. Aber richtig ist auch: Alle anderen stehen dann drumherum und schütteln die Köpfe oder rümpfen ihre Nasen oder verdrehen die Augen oder wackeln mit den Ohren. Und meist stellt sich auch heraus, dass die entsprechende Person den Begriff «gegenwartsabbildend» anders versteht, als ich ihn gemeint habe. Dass sie ihn eher begreift in Hinblick auf die Aktualität von Themen, die in den Stücken auf der rein inhaltlichen Ebene vorkommen oder auf das ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Stücke des Jahres, Seite 88
von Von Wolfram Lotz

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