Form und Sprache
Sehr geehrte Damen und Herren,
lieber Wolfram,
wie Sie alle hier ja wissen, sieht es mit der Gegenwartsdramatik schlecht aus.
Klar ist das jetzt auch ein polemischer Satz, solche Sätze eignen sich ja sehr gut, um so eine Rede anzufangen – das darf aber auf keinen Fall darüber hinwegtäuschen, dass ich den Satz auch so meine.
Wenn ich mit Leuten in meinem Alter spreche und sie frage, welche Form im Theater es ist, die von ihnen am ehesten als gegenwartsabbildend empfunden wird (das frage ich tatsächlich manchmal), dann antwortet niemand, dass das die Gegenwartsdramatik sei.
Unsinn, das stimmt natürlich so nicht: Es gibt doch immer wieder jemanden, der antwortet, dass er noch immer die Dramatik für die gegenwärtigste Theaterform hält. Aber richtig ist auch: Alle anderen stehen dann drumherum und schütteln die Köpfe oder rümpfen ihre Nasen oder verdrehen die Augen oder wackeln mit den Ohren. Und meist stellt sich auch heraus, dass die entsprechende Person den Begriff «gegenwartsabbildend» anders versteht, als ich ihn gemeint habe. Dass sie ihn eher begreift in Hinblick auf die Aktualität von Themen, die in den Stücken auf der rein inhaltlichen Ebene vorkommen oder auf das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Stücke des Jahres, Seite 88
von Von Wolfram Lotz
§4 vom gefühlsstau
fernfahrer es spürt der körper die geschwindigkeit, es spürt der körper die geschwindigkeit, es spürt der körper die geschwindigkeit, erst wenn sie nicht mehr ist. hält auch der
wagen an, der körper will noch weiter fahren. der körper will nach hause fahrn zu frau und kind, weil träg eine beharrlichkeit da in dem körper wohnt, wenn er erstmal in...
des dichters dichtung ist abbildung und revision des verfahrens leben zugleich.» Diese Beschreibung des dichterischen Verfahrens von Fritz Kater wird hier von ihm in einem «buch» angewandt, das sich aus fünf Büchern zusammensetzt und über die Bestandteile des Lebens erzählt, wie die Heimsuchung durch Sorge und Krankheit, den Unterschied zwischen Utopie und Fantasie...
Ja, ich bin in Wolgograd geboren. Kennen Sie wahrscheinlich besser als Stalingrad. Und ja, wir haben den Krieg gewonnen!», kontert Marianna Salzmann mit einem angriffslustigen Lächeln, wenn man sich vorsichtig ihrem «Hintergrund» nähert. Spiel, Satz, Sieg, versenkt. «Ich bin jiddischer Witz, eine Jüdin aus Stalingrad, die jetzt in Deutschland lebt.» Über ihr...
