L’amour toujours

nach Necati Öziri «Vatermal» am Schauspielhaus Dortmund

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­­Lukas Beeler rollt dramatisch die Augen. «Was einmal war, in allem Glanz und Schein / Es regt sich dort; denn es will ewig sein», deklamiert er mit bebender Stimme Verse aus Goethes «Faust 2», die als flackerndes Live-Video aus der Unterbühne ins Dortmund­er Schauspielhaus projiziert werden, laut, dramatisch, direkt in die Kamera gesprochen.

Und es dauert ein bisschen, das einzuordnen: dass nämlich Schauspiel-Intendantin Julia Wissert ihrer Inszenierung von Necati Öziris autofiktionalem Roman «Vatermal» einen Prolog vorgestellt hat, als Klischee eines Regietheaters, wie man es wirklich nicht mehr erleben möchte.

In dem Moment, in dem das Publikum das versteht, versteht es auch Öziris Hauptfigur Arda, mit dessen Leben dieser «Faust» rein gar nichts zu tun hat. «Ich will hier raus» brüllt Mouataz Alshaltouh also und lenkt die Inszenierung auf den Romanstoff. Lebewohl «Faust», hallo Krankenhaus: Arda verarbeitet eine bedrohliche Diagnose und versucht, einen Brief an seinen abwesenden Vater zu schreiben, der die Familie verließ, als der Sohn noch ein Säugling war.

«Vatermal» wird aktuell häufig inszeniert, von Hakan Savas Mican am Berliner Gorki, von Bassam Ghazi in Köln, als ...

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Theater heute Juni 2025
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Falk Schreiber

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