Knochenarbeit an der Grenze
Das Theater von Frankfurt (Oder) hat einen Intendanten, aber es hat kein Ensemble. Es bietet ein sehr gemischtes Programm mit Kabarett, Musical, Konzerten, Poetry Slams, Kleinkunst, heißt auch gar nicht Theater, sondern Kleist-Forum, der Bau ist für Theaterverhältnisse jung. Eine in den Boden eingelassene Tafel im Foyer erinnert an die Grundsteinlegung im Jahr 1998. Das DDR-Theater, außerhalb des Zentrums gelegen, hatte Tradition und Ensemble; die nach der Wende stark schrumpfende Stadt aber machte es im Jahr 2000, ein Jahr vor Eröffnung des neuen Baus, dicht.
Das ganz alte Theater, nicht weit vom Kleist-Forum-Standort, war, wie so vieles in dieser Stadt, bei Bombenangriffen im Jahr 1945 zerstört worden.
Da steht das Kleist-Forum nun, recht zentral, ein halbwegs elegant gegliederter Riegel mit spätpostmodernen Rundbau-Auswüchsen vorne und hinten, von denen einer den Namen «Schroffenstein», der andere «Darstellbar» trägt. Von der Straße etwas zurückgesetzt, fast in Sichtweite des alten, im Stil des sozialistischen Klassizismus erbauten Kulturpalasts, der als «Lichtspieltheater der Jugend» die Wende noch überstand, 1998 folgte die Schließung. Seitdem steht da, im Zentrum, ein ...
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Theater heute Juni 2025
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Ekkehard Knörer
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