Lässig «Ficken» sagen
Der Regisseur Volker Lösch ist kein Mann der leisen Töne. Das kann man an der Spur von Skandalen ablesen (Hamburger Millionärsadressen, Dresdner Sabine-Christiansen-Verdammung), die seinen Weg durch den deutschen Theaterbetrieb weist. Und man kann es an der Wortwahl des Regisseurs erkennen, der bei den Proben zu einer «Medea»-Inszenierung in Stuttgart, bei der türkischstämmige Frauen mitspielen, vom deutsch-türkischen Verhältnis immerfort als «deutsch-türkischem Zwischen-den-Fronten-Leben» spricht.
Auch Thomas Lauterbachs Dokumentarfilm «Hochburg der Sünden», der die Probenarbeit zu «Medea» vom Casting bis zur Premiere begleitet, erinnert mitunter an eine Art Kriegstagebuch. Das fängt schon beim dramatischen Schwarzbild zu Beginn an, unter dem wie ein Funkspruch das Telefonat der Protagonistin Aysel liegt, die neugierig-zögernd ihr Interesse am Mitmachen erklärt. Es geht weiter mit den Lagebesprechungen auf der Probe, bei denen einmal der Chorleiter das salvenartige Auftreten demonstriert («Ba-damm, Ba-damm, Ba-damm»), zu dem rhythmisch gesprochen werden soll. Oder wenn Lösch insistierend Antwort auf Fragen fordert, die aufs Klischee schielen, sich aber so scheinbar allgemein ...
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Wuppertal hat ’ne ganz eigenartige Melancholie. Ich bin früher da zur Schule gegangen, hab lange Jahre dort gelebt, glaube, das ist die Stadt mit den meisten Treppen der Welt. Ich liebe die Stadt dafür und für ihre eigenartige Tristesse. Aber wenn man da das Theater wegnimmt, werden selbst diejenigen, die überhaupt nicht ins Theater gehen, es früher oder später...
Er war ein Mann der Mengen. Als er einmal in seinem geliebten Kochbuch von Paul Bocuse ein Kuchenrezept studierte, das unter anderem 24 Eier verlangte, sagte er zu seiner Tochter, die den Einkauf besorgte, «kauf 32»; als seine Kumpane in der Jugend aus Reisig und Holz die Osterfeuer richte-ten, stapelte er Autoreifen, steckte sie kilometerweit sichtbar in Brand,...
