Kulturpolitik: Im Dumping-System
Von Wuppertal kann man lernen, was man in der Kulturpolitik alles falsch machen kann. Und der Stadt ist tatsächlich etwas Neues eingefallen. Mithilfe eines Gutachtens der Unternehmensberatung Actori hat man die erst seit 2014 amtierende Schauspielintendantin zur vorzeitigen Vertragsauflösung genötigt. Was als Neuanfang zu reduzierten Bedingungen geplant war, wird nun auch noch abgewürgt.
Dass Susanne Abbrederis überhaupt bereit war, sich auf diese Bedingungen (neun Schauspielerinnen und Schauspieler) und die kleinkarierten Vorgaben der Stadt für den Spielplan einzulassen, hat man ihr vorgeworfen. Sie hat sich getreulich an diese Vorgaben gehalten und ein unauffälliges Theater gemacht, dessen Auslastungszahlen in der neuen kleinen Schauspiel-Bühne «Theater am Engelsgarten» dennoch respektabel sind. Ihre darüber hinausgehenden Erfolge werden ihr jetzt vorgeworfen: eine Inszenierung von Else Lasker-Schülers «Die Wupper» an verschiedenen Orten der Stadt, in der das Stück ja spielt. Zu wenige Zuschauer pro (ausverkaufter) Vorstellung, heißt es. Ebenso bei Stephan Müllers Inszenierung von Düffels «Buddenbrooks» im historisch passenden Ambiente der Gesellschaftsräume der «Concordia» ...
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