Kommunizieren oder kommuniziert werden

Das Theaterfestival Impulse findet nun wieder jährlich statt – diesmal in Mülheim an der Ruhr

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Unter Saddam Hussein war der Irak wunderschön», seufzt der Iraker Behnam Al-Agzeer beim Interview in der «Dezentrale» in Mülheim an der Ruhr, die vor drei Jahren noch eine Schlecker-Filiale war und nun die «Silent University» beherbergt.

Es gibt wohl kaum einen Satz, in dem sich der Abgrund zwischen westlicher und östlicher Perspektive klarer abbilden würde. Mit welch absurder Anmaßung wurde da ein Land in ein Chaos gebombt – das so groß ist, dass selbst verfolgte Iraker ihren Diktator schmerzlich vermissen.

Kurz vorher hat der 75-jährige Al-Agzeer mit dem weißen Haarkranz, dem schwarzen Anzug und dem feinsinnigen Gesicht noch einen reich bebilderten Vortrag über meditative Kraft und Schönheit der arabischen Kalligrafie gehalten, wie ein fernes Relikt aus einer Zeit, als man den Irak noch mit Hochkultur und nicht mit IS-Verbrechen assoziierte.
Im Jahr 2003, kurz nach Saddams Sturz, hat  Al-Agzeer Bagdad verlassen, als Leiter einer christlich-katholischen Schule war er in den neu geschürten religiösen Konflikten nicht mehr sicher. Heute ist er einer der ersten Dozenten der «Silent University» und lebt in London. Ihre Zweigstelle in Mülheim an der Ruhr soll das nachhaltigste Erzeugnis ...

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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Festivals, Seite 34
von Dorothea Marcus

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