Immer da, immer nah
Ich wünschte, ich könnte besser lügen, dann könnt’ ich sagen, ich bin die Großnichte.» Von Ödön von Horváth nämlich. Sagt Rita von Horváth. «Es ist ein relativ verbreiteter Name in Ungarn und auch in Wien», sagt sie, und nein, sie ist in gar keiner Linie mit Horváth verwandt. Und hat auch noch nie einen Horváth souffliert in den zwanzig Jahren, in denen sie als Souffleuse am Zürcher Schauspielhaus arbeitet. In denen sie rund 100 Produktionen betreut hat. «Immer da, immer nah», wie es in der TV-Werbung einer großen deutschen Versicherung heißt.
Eine Souffleuse ist ja die Versicherung der Schauspieler. Ihr Auffangnetz, ihre Stütze, das Rückgrat des Literaturtheaters jenseits des Scheinwerferlichts.
Wobei die Auftritte der Rita von Horváth auf der Bühne in den vergangenen Jahren zugenommen haben: Pollesch schickt sie regelmäßig samt Skript auf die Bühne, zuletzt in «Love/No Love» in einem orangefarbenen Overall mit metallisch glänzendem Philodendron-Print. Und da ist sie also wieder, wie sie seit zwanzig Jahren in Zürich ist, immer die gleiche Frisur, die gleiche Figur, eine Frau, so verlässlich wie ein Haus, in einem Stück über ein Haus. Polleschs Overalls in «Love/No Love» machen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2015
Rubrik: Akteure, Seite 50
von Simone Meier
Zu Beginn goldene Worte, mal pragmatisch ernüchtert wie die des Thalia-Intendanten Joachim Lux, der den Regienachwuchs ermahnte, sich schon rechtzeitig an die Balance von Markt und Eigensinn zu gewöhnen. Mal vom utopischen Furor davongetragen wie die des Kulturbereichsleiters der namengebenden Körber-Stiftung Kai-Michael Hartig, der die Studenten in Zeiten der...
Nichts ist langweiliger als das, was man kann. Gegen derartige Ernüchterung hilft ab und an eine selbstverordnete Irritation, wie es für Schauspieler durchaus der Verzicht auf Sprache sein kann. Eine entschlossene Einzelkämpferin wie Sandra Hüller wagt sich auch schon mal in ungespurtes Terrain, begleitet nur von einer künstlerischen Komplizin, die noch einmal fünf...
Aachen, Grenzlandtheater
14.8. Strindberg, Fräulein Julie
R. Catharina Fillers
22.9. Engler, Noch einmal, aber besser
R. Philip Stemann
Aachen, Theater
17.9. de Velasco, Tigermilch
R. Hanna Müller
18.9. Müller, Der Auftrag.
Erinnerungen an eine Revolution
R. Paul-Georg Dittrich
22.9. Goethe, Faust 1+2#konzentriert
R. Christina Rast
Altenburg/Gera, TPT
19.9. Lorca, Bluthochzeit
...
