Immer da, immer nah
Ich wünschte, ich könnte besser lügen, dann könnt’ ich sagen, ich bin die Großnichte.» Von Ödön von Horváth nämlich. Sagt Rita von Horváth. «Es ist ein relativ verbreiteter Name in Ungarn und auch in Wien», sagt sie, und nein, sie ist in gar keiner Linie mit Horváth verwandt. Und hat auch noch nie einen Horváth souffliert in den zwanzig Jahren, in denen sie als Souffleuse am Zürcher Schauspielhaus arbeitet. In denen sie rund 100 Produktionen betreut hat. «Immer da, immer nah», wie es in der TV-Werbung einer großen deutschen Versicherung heißt.
Eine Souffleuse ist ja die Versicherung der Schauspieler. Ihr Auffangnetz, ihre Stütze, das Rückgrat des Literaturtheaters jenseits des Scheinwerferlichts.
Wobei die Auftritte der Rita von Horváth auf der Bühne in den vergangenen Jahren zugenommen haben: Pollesch schickt sie regelmäßig samt Skript auf die Bühne, zuletzt in «Love/No Love» in einem orangefarbenen Overall mit metallisch glänzendem Philodendron-Print. Und da ist sie also wieder, wie sie seit zwanzig Jahren in Zürich ist, immer die gleiche Frisur, die gleiche Figur, eine Frau, so verlässlich wie ein Haus, in einem Stück über ein Haus. Polleschs Overalls in «Love/No Love» machen ...
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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Akteure, Seite 50
von Simone Meier
Aachen, Grenzlandtheater
14.8. Strindberg, Fräulein Julie
R. Catharina Fillers
22.9. Engler, Noch einmal, aber besser
R. Philip Stemann
Aachen, Theater
17.9. de Velasco, Tigermilch
R. Hanna Müller
18.9. Müller, Der Auftrag.
Erinnerungen an eine Revolution
R. Paul-Georg Dittrich
22.9. Goethe, Faust 1+2#konzentriert
R. Christina Rast
Altenburg/Gera, TPT
19.9. Lorca, Bluthochzeit
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Unter Saddam Hussein war der Irak wunderschön», seufzt der Iraker Behnam Al-Agzeer beim Interview in der «Dezentrale» in Mülheim an der Ruhr, die vor drei Jahren noch eine Schlecker-Filiale war und nun die «Silent University» beherbergt.
Es gibt wohl kaum einen Satz, in dem sich der Abgrund zwischen westlicher und östlicher Perspektive klarer abbilden würde. Mit...
Die britische Theaterlandschaft ist in Bewegung: In London dankt National-Theatre-Intendant Nicholas Hytner ab und übergibt das hohe Amt an Rufus Norris. In Manchester wird für 25 Millionen Pfund «Home», ein neues Haus für Theater, Film und Bildende Kunst eröffnet. Für diese großen Abschiede und Anfänge schreibt das britische Urgestein Tom Stoppard sein erstes...
