Klimatheater: Genuss und Bestürzung
Nicht, dass niemand es hat kommen sehen! Eine riesige, hässliche «Welle» aus Polstern, Kissen, in gewaltige Säcke gestopften Hüpfbällen und Füllmaterialien wälzt sich in Zeitlupe aus der Bühnentiefe in Richtung Rampe. Anscheinend wird sie von vier Showcase-Beat-Le-Mot-Performern nach vorne geschoben (gelegenlich sieht man zufällig einen Arm oder Kopf). Etliche Bühnenmeter lang beobachtet das Publikum den umständlichen Prozess in aller Kunst- und Seelenruhe.
Erst ein bis zwei Meter vor der ersten Reihe kommt Unruhe auf: Im letzten Moment machen sich einige beherzte Zuschauerinnen an die Arbeit, versuchen, die Polsterwand zu stoppen, werfen Objekte zurück, um dem Wandel Einhalt zu gebieten.
Ein simples, aber doch triftiges und vermutlich improvisiertes Szenario (im Programmheft war eine LED-Performance angekündigt) steuerte die vor nun auch schon 22 Jahren gegründete Gruppe Showase Beat Le Mot zum 5. Monologfestival am Berliner Theaterdiscounter bei, passend zum bei UNO-Generalsekretär Antonio Guterres entlehnten Festivalmotto «Alarmstufe Rot». Zehn Eigenproduktionen, die den Monolog-Begriff erfreulich weit auffassten, hatten die Kurator*innen Janette Mickan und Michael Müller bei ...
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Theater heute Januar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Eva Behrendt
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Im Anfang ist da nur dieses eine Wort. Klingt natürlich im Englischen viel charmanter, und noch charmanter klingt es, wenn es aus dem Munde eines echten Gentleman herausströmt wie ein Stück Sahnecremetorte. Und genau so ist auch der Auftritt von Sir Henry zu Beginn von «Howl» in der Volksbühne Berlin: Im eleganten Anzug, auf dem Haupt einen schicken schwarzen Hut,...
Wie heißt er denn jetzt umgangssprachlich, der Cunnilingus, der Blow Job für die Frau? Ein merkwürdig bezeichnungsfreier Akt ist das, und das spricht natürlich auch schon für sich. Olivia Öl jedenfalls hätte gern einen, oder mehrere – aber nicht von ihrem Freund Popeye. Da ist die Scham davor: Die Scham vor dem Geruch, vor dem Geschmack, vor dem Überhaupt ihres...
