«Klar, dass wir wieder alles versauen!»

Hamburger Zukunftsvisionen: Philipp Stölzl inszeniert am Deutschen Schauspielhaus Finegan Kruckemeyers «Der lange Schlaf», Amir Reza Koohestani am Thalia in der Gaußstraße Aldous Huxleys «Schöne neue Welt»

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Für die Theater waren die Corona-Lock- downs 2020 und 2021 eine traumatische Erfahrung. Für das Ökosystem weniger: Nur kurze Zeit standen Fabriken, Verkehrsmittel und öffentliches Leben still, und schon schien sich die Natur vom Einfluss des Menschen zu erholen, schon verzog sich der Smog, und die Verschmutzung der Ozeane ging spürbar zurück.

Diese Erkenntnis ist die Basis für das Stück «Der lange Schlaf» des australischen Dramatikers Finegan Kruckemeyer: Wenn der Mensch eine Weile keinen Einfluss auf die Natur nehmen, quasi in Winterschlaf treten würde, dann ließe sich womöglich der bevorstehende Ökozid verhindern?

Ausführlich beschreibt Kruckemeyer die Vorbereitungen für die einjährige Auszeit, ange -siedelt im Jahr 2030: In der australischen Hauptstadt Canberra diskutiert die Regierungsberaterin Emily Metcalfe (Sandra Gerling) mit dem Journalisten Mark (Matti Krause), ob es ethisch vertretbar sei, die Weltbevölkerung (teils gegen deren Willen) in Tiefschlaf zu versetzen. In Los Angeles wird das Geschehen in einer Fernsehshow kommentiert. In Lagos, Bogotá und im tadschikischen Duschanbe haben sich unterschiedliche Familienkonstallationen («Der lange Schlaf» liefert wie nebenbei ...

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Theater heute März 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Falk Schreiber

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