Katastrophen des Kleinstadtlebens
Noch ins Black klingelt ein Telefon. Der Mann, den es erreichen soll, erscheint Sekunden später, aber die Synchronizität von Ton und Bild schafft keine verlässliche Verbindung: Die Welt des Telefonklingelns und das Universum dieses Mannes existieren allem Anschein nach parallel. Stumm und vollkommen reglos sitzt er am Steuer seines Autos und blickt geradeaus. In sich hinein, durch den Zuschauer hindurch, auf die Windschutzscheibe, in die Leere.
Marcus heißt er, hat seine Großmutter im Kofferraum – und so verdammt smart, wie André Szymanski in dieser Anfangssequenz mit fahlem Anzug, gescheiteltem Haar, abstehenden Ohren und minimalstem Spiel um den linken Mundwinkel herüberkommt, könnte man ihn problemlos in jeden Hitchcock-Film montieren.
Marcus ist Architekt. Erfolgloser Architekt, wie ihn die Telefonstimme erinnert, als er nach endlosem Klingeln endlich abnimmt, «eine Katastrophe». Momentan ist das egal. Marcus verlässt Berlin im BMW über die Avus Richtung Osten, die Asche seiner Großmutter in einer Urne dabei. Wo sie verstreut werden soll, will er ein Grundstück erben. Ihre Beziehung, so viel wird schnell deutlich, ist weniger emotional als geschäftlich. Doch aus dem Geschäft ...
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