Kassel: Wer weiß?

nach H.P. Lovecraft «I am Providence»

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Von dieser Welt sind sie wohl nicht: Die vier Personen, die die Bühne bevölkern – sie sind derart grün im Gesicht und an den sichtbaren Extre­mitäten, als wären sie schon ein paar Mal gestorben. Zwei Männer in Weiß, Mediziner womöglich oder forschende Wissenschaftler, kommen Familie Grün besuchen – und gehen schließlich verschütt in den Labyrinthen und dunklen Ecken dieses rätselhaften Raumes. Die Fabel ist schmal, der Text überschaubar – Wilke Weermann ist vor allem an atmosphärischer Beschwörung inte­ressiert.

Der Titel «I am Providence» ist die Grab-Inschrift des amerikanischen Schriftstellers H.P. Lovecraft – sie markiert als Echoraum der Aufführung dessen abgründig finstre Grusel-Fan­tasien. Wer sich auf die Suche macht nach unausweichlichem Schrecken, wer dystopische Alpträume erkunden will in der Literatur, der kommt an dem grenzgängerischen Denker aus Providence im US-Bundesstaat New Jersey nicht vorbei; stilbildend wurde der schon 1937 verstorbene Autor für Generationen von Adepten, die ganz grundsätzlich die dunklen Seiten menschlich-unmenschlicher Fantasien erkundeten. Lovecrafts Leben und Werk lagen in immerwährendem Widerspruch, Wahn und Vision sind weithin ...

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Theater heute März 2020
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Michael Laages

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