Karlsruhe/Ludwigshafen: In einer wölfischen Zeit

Barbara Wendland nach Gert Ledig «Faustrecht»

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Wie bleibt man anständig in einer wölfischen Zeit? Rob versucht es, aber er wird nicht belohnt. Am Anfang dieser Geschichte aus dem ersten Nachkriegswinter 1945/46 lebt er in München mit seinem Freund, dem kriegsversehrten Maler Edel, und der sich für amerikanische Offiziere prostituierenden Olga zusammen. Zwischen Rob und Olga funkt es, doch er weist ihre Annäherungen zurück – er will sie nicht benutzen, so wie  alle anderen es tun. Am Ende ist Edel tot und Olga mit einem GI, der ihr ein Leben in den USA verspricht, auf und davon. Rob muss noch einmal neu anfangen.

Eigentlich kein Wunder, dass Gert Ledigs Roman «Faustrecht», der diese Geschichte erzählt, bei der Erstveröffentlichung 1957 auf wenig Gegenliebe stieß: Ledigs zwei Jahre zuvor veröffentlichtes Debüt «Die Stalinorgel» über die Kriegsschrecken an der Ostfront war ein gefeierter Überraschungserfolg gewesen, aber schon den Nachfolger «Vergeltung» (1956) über die Bombenangriffe auf Deutschland hatte die Kritik für unverdaulich befunden. Und der Trilogie-Abschluss «Faustrecht» rieb seinerzeit wohl zu viel Salz in die noch offenen Wunden des nackten Überlebenskampfes nach dem Kriegsende.

So verschwand Ledig als Autor wieder in ...

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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Chronik, Seite 65
von Andreas Jüttner

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