Kaiserslautern: In der Trauma-Falle

Thomas Köck «Isabelle H. (geopfert wird immer)» (U)

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Marco Reus hat eine Polizistin erschossen und sich mit einem Hippie-Mädchen in einer Lagerhalle verschanzt. Halt, Stop! Das stimmt natürlich nicht. Sieht aber erstmal so aus, wenn das Spiel losgeht auf der Werkstattbühne des Pfalztheaters: Daniel Mutlu in der Rolle des Ex-Bundeswehrsoldaten Daniel C., der seit seinem Afghanistan-Einsatz von seiner Umgebung für traumatisiert gehalten wird, ähnelt dem Dortmunder Fußballstar nicht nur erstaunlich, sondern trägt auch noch dessen markante Tolle.

Und seine Partnerin Natalie Forester spielt zwar eine illegal Eingereiste, die offenbar aus einem Schleuser-Lkw entkommen ist und sich nun Isabelle Huppert nennt, doch sie kommt im bunten Batikkleidchen und Wildlederstiefeln ziemlich freizeitmäßig daher (Ausstattung: Ulrike Melnik) und gibt sich auch eher amüsiert-schnippisch als verängstigt.

Nun passt dies insofern, als das mit dem Else-Lasker-Schüler-Preis prämierte Stück von Thomas Köck vorgefertigte Bilder von Krieg, Flucht und Gewalt aushebeln will. Spannend ist, wie er das Grauen sprachlich vermittelt, indem sich die Dialogsätze dem Unsagbaren nähern und dann kurz davor abbrechen, was die Assoziationsrädchen des Publikums mehr in Schwung ...

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Theater heute März 2016
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Andreas Jüttner

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