Oberhausen: Der geöffnete Schlachthof
«Unmoralische Menschen werden blass unter der Peitsche der Satire», heißt eine Sentenz in einem antiken Text des römischen Dichters Persius. Auf einer Illustration des berühmten belgischen Symbolisten Fernand Khnopff räkelt sich dazu eine dunkelhaarige Nackte und entzieht sich dem lüsternen Zugriff zweier in das Bild ragender Hände. Auch der Regisseur Stef Lernous ist flämischer Belgier und Leiter des Theaters Abattoir Fermé in Mechelen.
Die Hauptfigur seiner «Mörderballade», die er in Koproduktion mit dem und am Theater Oberhausen herausgebracht hat, erinnert sehr an Khnopffs verführerische Schöne und ist zudem Hommage an die Düsternisse des deutschen expressionistischen Stummfilms, auf dessen dämonischer Leinwand etwa G.W. Pabsts «Lulu» mit dem Pagenkopf der Louise Brooks zum Unheil herausforderte. Doch auch den Schatten der verletzlich entblößten Susanne Lothar aus Zadeks Wedekind-Inszenierung lässt Lernous’ aus seiner Büchse der Pandora heraus.
Die Angstlust-Fantasie der Femme fatale gleicht bei ihm, in Gestalt der jungen Laura Angelina Palacios, eher einer Femme fragile. Kein Vamp, vielmehr ein Naturkind. «Das schöne wilde Tier», wie der Dompteur Frank Wedekind zirzensisch ...
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Theater heute März 2016
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Andreas Wilink
Aachen, Grenzlandtheater
11. Zeller, Die Lüge
R. Jens Pesel
Aachen, Theater
9. Melle, Partner (U)
R. Eike Hahnemann
18. Walser, Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel
R. Thomas Ladwig
19. nach Lenz, Deutschstunde
R. Bernadette Sonnenbichler
Altenburg/Gera, TPT
11. Paschinger/Stengele, Das zweischneidige Schwert (U)
R. Bernhard Stengele
13. Kästner, Geschichte eines Moralisten
R....
Ort
Eine geräumige Wohnung an der Upper East Side in New York.
Zeit
2011 bis 2012.
Die ersten beiden Szenen spielen im Spätsommer 2011.
Die dritte Szene spielt drei Monate später im Herbst.
Die vierte Szene spielt sechs Monate später im Frühling.
Das Stück sollte ohne Pause gespielt werden
SZENE EINS
Licht.
Hohe Decken, Parkettboden, Profilleisten. Das...
An Görings Geburtstag rottet sich das grau gewandete Gefolge des Nazi-Oberbonzen zu einem Opernhausball zusammen. Den Gastgeber spielt Hendrik Höfgen, Intendant der Berliner Staatstheater, Görings Günstling. Der Autor Klaus Mann schreibt das Jahr 1936, er schrieb auch im Jahr 1936, er konnte noch nichts wissen von Holocaust und totalem Krieg, aber er ahnte das...
