Jungs, wir haben ein Problem!
Lange hat man am Stadttheater geglaubt, dass man die Spitze der Menschlichkeit verkörpere. Man verstand sich als links, progressiv, gesellschaftskritisch und zeigte von der Bühne aus gerne mit dem Finger Richtung Publikum. Ihr seid zu kapitalistisch, egozentrisch, kümmert euch nicht um Ungerechtigkeit und so weiter.
Doch spätestens seit #MeToo rumpelt es auch in der hiesigen Theaterlandschaft gewaltig: Mehr als ein:e Intendant:in musste wegen Diskriminierungsvorwürfen oder Machtmissbrauch den Posten räumen oder sich wenigstens erklären, so mancher Regisseur begab sich kleinlaut in einen Critical-Whiteness-Workshop.
Dann kam die Pandemie und mit ihr ein Innehalten, das nochmal jede Menge Schmutz an die Oberfläche befördert hat. Vor allem junge, weibliche, queere und BIPoC-Schauspieler:innen sind nicht länger gewillt, sich in die hierarchischen Strukturen der Kulturbetriebe einzuordnen. Die neu gegründete Gewaltschutzstelle Themis berät Betroffene, wie sie sich erfolgreich wehren können. Doch das Umdenken hat gerade erst begonnen.
150 Teilnehmer:innen, ein Intendant
Um Themen wie diese geht es bei den «Burning Issues». Einer Konferenz, die sich fragt, wie das Theater ...
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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Transformation, Seite 68
von Anna Fastabend
Uraufführungen
A
Abdul Abbasi und Philipp Löhle
Bombe! (Deutsches Theater Göttingen)
Johanna Adorján
Ciao (Bühnen Halle)
Emre Akal
Nachkommen – Ein lautes Schweigen! (Theater Münster) Göttersimulation (Münchner Kammerspiele)
Dogan Akhanli
Medea 38 / Stimmen (Theater Bonn)
Bachtyar Ali
Die Besetzung der Dunkelheit (Staatstheater Wiesbaden)
Suzanne...
Das ist die Geschichte einer Heimkehr. Wer kennt das nicht, erst einmal sprudeln vor Nostalgie und im zweiten Moment vor der Spießigkeit der unterschiedlichen Rasenmähergeräusche in die Knie gehen. Die Eigenwahrnehmung wird wieder auf Reset gesetzt, zurück in die Kindheit, zurück nach Hause, wo alles beim Alten geblieben ist.
In Fabienne Dürs «Gelbes Gold» kehrt...
Ich habe das Theater immer sehr geliebt, und dennoch gehe ich fast nie mehr hin. Das ist ein Wandel, der mich selbst befremdet. Was ist geschehen? Wann ist es geschehen? Habe ich mich verändert? Oder das Theater? Liebe ich es nicht mehr, oder liebe ich es zu sehr?», fragt sich der ehemalige leidenschaftliche Theater -gänger Roland Barthes, als er sich, älter...
