«Jetzt soll er auch noch
Der Mann ist tot. Ganz überwiegend jedenfalls. Das Gesicht zerschunden, der Brustkorb starr, Arme und Beine regungslos, liegt er aufgebahrt im blendenden Weiß eines Krankenhauses. Trotzdem: Es gibt so Typen, die können ihre Klappe nicht halten. Und Jaecki Zucker zählt dazu. Da ist es auch egal, dass er tot ist – Zucker muss noch einiges loswerden. Vor allem über sich und wie er die Welt sah. «Das bin ich. Das war ich. Jaecki Zucker – geborener Spieler», erläutert seine Stimme das Universum aus dem Off: »Das ganze Leben ist ein Match. Anders kann ich das nicht sehen.
» Entsprechend sportlich geht er soeben übern Jordan.
Dani Levys «Alles auf Zucker!» beginnt mit dem Ende und erzählt in den folgenden 90 Minuten, wie es dazu kam. Mehr als sieben Tage muss nicht zurückgeblickt werden: Der Endspurt beginnt, als Jaecki (Henry Hübchen) beim Billard zusammengeschlagen wird, seine Frau (Hannelore Elsner) ihm das Ende ihrer Ehe verkündet, sein Sohn mit dem Gerichtsvollzieher vor der Tür steht und die Tochter ihn wortlos aus ihrer Praxis schmeißt. Erfolgloser können 24 Stunden kaum verlaufen – es sei denn, man heißt Jaecki Zucker.
Ostberliner aus Überzeugung
Gerade als der Hochverschuldete ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die begehrteste und meistbeachtete Premiere der Wiener Herbstsaison ging weder im Burgtheater noch in der Staatsoper, sondern in einem 68 Plätze fassenden Kellerlokal namens Theater am Alsergrund über die Bühne: Anfang Dezember erlebte dort «Hader muss weg», das neue Soloprogramm des Wiener Kabarettstars Josef Hader, seine Uraufführung. Es handelte sich im Wortsinn...
Bewerben Sie sich alle drei Jahre bei einem anderen Unternehmen, auch wenn Sie keinen neuen Job suchen, empfiehlt der «Nr.1-Bestseller: Simplify your life», beworben von der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» und dem «Stern»: «Damit Sie, wenn Sie arbeitslos werden, nicht vor dem Nichts stehen.» Dabei steht man in so einem Fall gar nicht vor dem Nichts,...
Amerika eignet sich derzeit im Theater für die eigene Standortbestimmung besonders gut. Cowboyhüte und der Wilde Westen haben Hochkonjunktur auf deutschen Bühnen und taugen vorzüglich, um individuelle wie gesellschaftliche Befindlichkeiten kurz zusammenzufassen.
Auch Ralph Hammerthaler siedelt sein Auftragswerk, eine Koproduktion des Theaters an der Ruhr mit dem...
