Jet-Set bei der Arbeit

Gintersdorfer/Klaßen «Betrügen»

Theater heute - Logo

Nicht, dass wir die Vielfalt männlicher Ausdrucksformen bisher unterschätzt hätten: Hochfrequentiges Beckenkreisen, unterhalt­same Muskelspiele am Waschbrettbauch oder auch die Präsentation irisierender Boxershorts gehören zum gern gesehenen Basisrepertoire auf Theaterbühnen. Den Macho-Posen-Katalog für Fortgeschrittene allerdings, den Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen in ihrer jüngsten Produktion «Betrügen» auf dieses Grund­vokabular aufsatteln, muss man neidlos als Innovationsschub anerkennen.

Selten jedenfalls gelang es Bühnenakteuren, noch aus so sexappealunverdächtigen Verrichtungen wie dem Ablecken der eigenen Schuhsohlen eine knallige Testosteronparty herauszuholen.

Der Machismo steht Franck Edmond Yao und Gotta Depri, den beiden Tänzern von der Elfenbeinküste, wirklich gut – und deutlich besser als dem als männliches Aschenbrödel hinzu gecasteten deutschen Akteur Hauke Heumann. Black-Power-Erotik trifft blässliche Verspanntheit inklusive mittelschwerer Geschlechterrollenverunsicherung mit Hang zur ironischen Kompensation? Damit hier nicht etwa der Verdacht aufkommt, es könne sich um positiven Rassismus handeln, haben die selbst mit einem Modeschöpfer von der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2009
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Christine Wahl

Vergriffen
Weitere Beiträge
Erzählen, wie es wirklich war

O Gott, wenn die mich jetzt erschießen …» Es war Todesangst, die Heidelore Rutz packte, als man sie am 30. Juli 1975 nach einer Demonstration von Ausreisewilligen in Jena verhaftete und in den Keller einer Stasi-Station warf. Was folgte, waren die Qualen der Verhöre, der Angst, Ungewissheit, Gewalt; dann ein Prozess und jahrelanger Knast mit Schwerstarbeit im...

Klavier in Plastik

Der D 274 ist nicht irgendeiner, es ist der Steinway an sich und in etwa genau so eindrucksvoll, wie man sich eine abweisende Diva vorstellen muss. In Heidelberg, wo die aus Georgien stammende Nino Haratischwili ihr «Liv Stein» jetzt selbst zur Uraufführung gebracht hat, steht der Konzertflügel wie ein Kunstobjekt auf einem Sockel, ist allerdings mit einer dicken...

Stücke ’09 – das multikulturelle Grußwort

Mülheim, internacional

La alcaldesa, Dagmar Mühlenfeld, invita al teatro de los «Stücke '09». Les damos nuestra más cordial bienvenida a los 34° Días de Teatro de Renania del Norte-Westfalia «Stücke ’09», el festival de nuevo teatro en lengua alemana. El organismo de selección ha nominado siete extraordinarias obras de teatro de impactantes puestas en escena. Es ya...