Jet-Set bei der Arbeit
Nicht, dass wir die Vielfalt männlicher Ausdrucksformen bisher unterschätzt hätten: Hochfrequentiges Beckenkreisen, unterhaltsame Muskelspiele am Waschbrettbauch oder auch die Präsentation irisierender Boxershorts gehören zum gern gesehenen Basisrepertoire auf Theaterbühnen. Den Macho-Posen-Katalog für Fortgeschrittene allerdings, den Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen in ihrer jüngsten Produktion «Betrügen» auf dieses Grundvokabular aufsatteln, muss man neidlos als Innovationsschub anerkennen.
Selten jedenfalls gelang es Bühnenakteuren, noch aus so sexappealunverdächtigen Verrichtungen wie dem Ablecken der eigenen Schuhsohlen eine knallige Testosteronparty herauszuholen.
Der Machismo steht Franck Edmond Yao und Gotta Depri, den beiden Tänzern von der Elfenbeinküste, wirklich gut – und deutlich besser als dem als männliches Aschenbrödel hinzu gecasteten deutschen Akteur Hauke Heumann. Black-Power-Erotik trifft blässliche Verspanntheit inklusive mittelschwerer Geschlechterrollenverunsicherung mit Hang zur ironischen Kompensation? Damit hier nicht etwa der Verdacht aufkommt, es könne sich um positiven Rassismus handeln, haben die selbst mit einem Modeschöpfer von der ...
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Geboren 1944 zu Sangerhausen in Thüringen, gestorben 2001 in Berlin. Der Regisseur, Schriftsteller, Bühnenbildner, Maler und manische Tagebuchschreiber, der 1976 die DDR verließ, hat in den 80er und 90er Jahren Publikum und Kritik gespalten in rasende Bewunderer und wütende Verächter. Zuletzt arbeitete er vor allem am Berliner Ensemble, am Wiener Burgtheater und...
