In Zukunft mehr Expert:innen
Auf die Frage, in welche Zeit sie am liebsten reisen würden, antworten die vier Ensemblespieler:innen vom Staatstheater Cottbus: in die Vergangenheit. Vielleicht, weil die Zukunft ihnen Angst macht – das jedenfalls wäre die These der Zukunftsforscherin Florence Gaub, die im zweiten Teil von Helgard Haugs «Die Zeitmaschine» einen kurzen Auftritt als KI-Hybrid hat. Sie fügt hinzu, dass Zukunftsangst typisch für Demokratien sei, weil vieles vom Gestaltungseinsatz des oder der Einzelnen abhängt und Zukunft entsprechend ungewiss ist.
Für unsere Hirne sei das oft schwerer zu verkraften als etwa die Stabilitätsversprechen von Autokratien und Diktaturen, selbst dann, wenn diese für uns nichts Gutes verheißen.
Gaubs «Auftritt» gehört zu einer leider recht kurzen Sequenz in der Adaption des Science-Fiction-Romans von H.G. Wells, in der eine ganze Reihe von Zukunftsexpert: -innen Prognosen zu Klimawandel, Plastik, KI, Gesellschaft und mentaler Degeneration äußern. Sie alle sind nur als KI-bearbeitete Gesichter auf fahrbaren, an Stangen montierten Screens zu sehen, während O-Töne aus Zoom-Interviews eingespielt werden. Es ist der spannendste und intellektuell anregendste Teil des Abends, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2026
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Eva Behrendt
Am Ende stehen vierzehn Berner Kinder auf der Stadttheaterbühne und zitieren die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Ist es der hoffnungsvolle Blick in eine gerechtere Zukunft? Oder schon Nostalgie in einer Welt, in der die Regeln nicht mehr viel gelten? In der «Orestie» feiert Aischylos die Gründung des demokratischen Rechtsstaats (und der damaligen Weltmacht...
et in arcadia ego
0. der traum
du wachst auf in der nacht weißt nicht genau warum das kind denkst du hat es geschrien du versuchst die traumreste von der wirklichkeit zu ziehen wie klebrige schutzfolie hast du das geträumt oder hat es geweint du schaust auf die uhr es ist 0252 besser nachschauen denkst du dir better safe than sorry der hund hat nichts gesagt müsste...
Die verstörendsten Geschichten sind nicht jene, in denen der Horror in die Normalität des Alltags einbricht. Es sind jene, in denen der Horror aus ihm herausbricht und freilegt, was sich hinter der vermeintlich intakten Oberfläche verbirgt. Ein Glanzstück dieser Art ist die 1948 erschienene Kurzgeschich -te «Die Lotterie» der amerikanischen Autorin Shirley Jackson...
