In Zukunft mehr Expert:innen
Auf die Frage, in welche Zeit sie am liebsten reisen würden, antworten die vier Ensemblespieler:innen vom Staatstheater Cottbus: in die Vergangenheit. Vielleicht, weil die Zukunft ihnen Angst macht – das jedenfalls wäre die These der Zukunftsforscherin Florence Gaub, die im zweiten Teil von Helgard Haugs «Die Zeitmaschine» einen kurzen Auftritt als KI-Hybrid hat. Sie fügt hinzu, dass Zukunftsangst typisch für Demokratien sei, weil vieles vom Gestaltungseinsatz des oder der Einzelnen abhängt und Zukunft entsprechend ungewiss ist.
Für unsere Hirne sei das oft schwerer zu verkraften als etwa die Stabilitätsversprechen von Autokratien und Diktaturen, selbst dann, wenn diese für uns nichts Gutes verheißen.
Gaubs «Auftritt» gehört zu einer leider recht kurzen Sequenz in der Adaption des Science-Fiction-Romans von H.G. Wells, in der eine ganze Reihe von Zukunftsexpert: -innen Prognosen zu Klimawandel, Plastik, KI, Gesellschaft und mentaler Degeneration äußern. Sie alle sind nur als KI-bearbeitete Gesichter auf fahrbaren, an Stangen montierten Screens zu sehen, während O-Töne aus Zoom-Interviews eingespielt werden. Es ist der spannendste und intellektuell anregendste Teil des Abends, ...
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Theater heute Mai 2026
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Eva Behrendt
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