Im Minenfeld
Lüneburg ist ein wichtiger Ort für die deutsche Vergangenheitsaufarbeitung. Hier fand 1945 mit dem Bergen-Belsen-Prozess die erste große juristische Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen statt und 2015 mit dem Prozess gegen Oskar Gröning, den damals 93-jährigen «Buchhalter von Auschwitz», wahrscheinlich eine der letzten. Außerdem wurde hier schon im Mai 1945 die Teilkapitulation für Nordwestdeutschland unterschrieben. 2015 war also eine gute Gelegenheit für Gedenkveranstaltungen.
Juliane Hendes’ Recherchestück «Anfang – kein Ende» aber ist kein weiterer Puzzlestein in der Erinnerungsarbeit, Hendes untersucht vielmehr als Meta-Gedenken die Erinnerungspraxis in der norddeutschen Kleinstadt. Und findet Erschreckendes: Geschichtsrevisionismus, Opfer-Täter-Umkehr, Relativierungen. Auf die Bühne bringt sie das als Dokumentation des Rechercheprozesses: Im Mittelpunkt steht eine «Stell -vertreterin» (Hannah Rang), die beschreibt, wie aus dem Plan, als Theater ins kollektive Gedenken einzusteigen, ein Hinterfragen des Gedenkens wurde. Die Stellvertreterin also besucht das Stadtarchiv, wo ihr der Archivar (Leonardo Lukanow) erst einmal klarmacht, dass Erinnerung in Lüneburg «ein ...
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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Falk Schreiber
Am Ende bleibt die Erde als letzter, als einziger zuverlässiger Bote, der berichten kann, von dem, was geschah. Oder eben auch nicht geschah – im Schloss Rechnitz, Österreich, im April 1945. Elfriede Jelineks verschränkt in ihrem «Rechnitz (Der Würgeengel)» die Frage, was im Schloss der Gräfin Batthány in der Nacht zum 25. April 1945 mit den 180 jüdischen...
AACHEN, DAS DA THEATER
4. Dupont nach Shakespeare, Romeo und Julia (Freilichtbühne Burg Wilhelmstein)
R. Maren Dupont und Aachen Grenzlandtheater
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
12. Schmidt nach Dusse, Achtsam Morden durch bewusste Ernährung
R. Eva Brunner
AACHEN, THEATER
20. Köhler, Himmelwärts
R. Mona Luana Schneider
25. Ensemble, Lob & Tadel (U)
R. Jochen Strauch
AL...
KÖLN, MUSEUM LUDWIG
bis 2.8., Yayoi Kusama
Kusama (*1929, Matsumoto) zählt zu den bekanntesten Künstler:innen unserer Zeit. Ihre ikonischen Polka Dots, ihre Kürbisskulpturen und ihre verspiegelten Infinity Rooms sind ihrem Markenzeichen geworden. Die Ausstellung nimmt die Besucher:innen mit auf eine Reise durch Kusamas gesamtes Schaffen mit über 300 Arbeiten durch...
