Im Glücksknast

Thomas Melle zieht in «Haus zur Sonne» seine bipolare Krankheit in einen fantastischen Realismus

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Die Idee kam dem Autor Thomas Melle schon vor 20 Jahren: eine Suizidklinik, die Depressiven und Todessehnsüchtigen ein paar letzte Simulationen des Glücks verschafft. Allerdings unterschreiben die Insassen, Klienten, Patienten – das ist gerade ihnen nicht immer klar – einen Kontrakt, dass sie nach ein paar Monaten dann auch abtreten müssen. Die Institution wird vom Staat finanziert, der sich so auf lange Sicht horrende Sozialleistungen spart, denn alle Glücksinternierten sind einigermaßen jung.

Was klingt wie eine nur leicht verfremdete Dystopie der Schweiz (hohes Glücksversprechen, Sterbehilfe für alle), war 2006 eine Stückentwicklung für das Theater Erlangen mit dem Titel «Haus zur Sonne». Genau so heißt nun auch der Roman von Thomas Melle, mit dem er zum vierten Mal im Rennen um den Deutschen Buchpreis und zum dritten Mal auf dessen Shortlist stand (gewonnen hat auch dieses Mal nicht Melle).

Mit dem im Probentrubel nachts mit Hilfe von Whiskey hochtourig geschriebenen Stück hat der tonal nun viel ruhigere Roman außer der Idee nur noch wenig zu tun. Man kann in dieser Klammer von Stoff und Zeit die Entwicklung des Autors sehen. Nebst vielen Theaterstücken, Überschreibungen und ...

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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Bücher, Seite 46
von Tobi Müller

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