Un-, un-, un-
Einen zitatfreudigeren Theaterkritiker als Andreas Wilink kennt die deutsche Theaterlandschaft nicht. Der langjährige Kritiker (auch dieser Zeitschrift), Mitbegründer und bis 2018 Leiter des NRW-Kulturmagazins kultur.west, lebt und schreibt in den Echoräumen von Literatur, Film und Theater. Das und vieles mehr hat er mit dem namenlosen Ich-Protagonisten seines ersten Romans gemeinsam, der «Erzählung eines Lebens und was darin fehlt».
Es ist die Erzählung eines Lebens, in dem auf den ersten Blick vor allem Fülle herrscht.
Ein begabter junger Mann, der früh in der Welt herumkommt, prominente Menschen trifft und sich mit ihnen anfreundet, in der Kulturkritik ein geachteter Kollege ist. Und doch umgeben vom un-, un-, un-. Mit der Vorsilbe un- lässt sich jedes schöne Wort in ihr hässliches Gegenteil verkehren: unwahr, unfair, ungenau, un -geplant, ungewollt, unwert, unbedarft. Vor allem aber: ungeliebt. Das Ich dieses Buches hat sein Leben mit sich allein verbracht, und jetzt, nach vielen Jahrzehnten und ausgelöst durch eine letzte große, unerfüllte Liebe zu einem 30 Jahre jüngeren Mann, geht es auf die Suche, auf den Grund.
Und der beginnt in der Kindheit, im Abgrund wohlsituierter ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Bücher, Seite 50
von Barbara Burckhardt
Christian Rakow Jacob Höhne, das Ramba-Zamba-Theater hat mit einem Brandbrief auf die strukturelle Unterfinanzierung des Hauses aufmerksam gemacht. Zentrale Teile des Programms könnten nicht fortgeführt werden, heißt es. Sie verwalten einen Etat von etwa 1,5 Millionen Euro. Wie setzt der sich zusammen?
Jacob Höhne Wir haben eine institutionelle Förderung von rund...
Ach, wär’s doch wie früher: vor Corona, vor dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, vor dem grausamen Massaker an Juden am 7. Oktober und dem brutalen Vernichtungskrieg in Gaza und all den Folgen für die westliche Welt, die nun einen Teil ihrer Sicherheit und ihres Wohlstands einbüßt … Das mögen viele in diesem Land denken und die Politik tut ihr Übriges dazu....
Auslöschung und Vernichtung, Zerfall und Sinnlosigkeit. Wer einen allgemeinen Eindruck von den Klassikern österreichischer Dramatik im späten 20. Jahrhundert gewinnen möchte, muss sich nur der Spielplandramaturgie der Wiener Burg zuwenden. Im Abstand von zwei Oktobertagen hat man hier Premieren von Thomas Bernhards «Auslöschung. Ein Zerfall» und Werner Schwabs...
